Der liberale Blog des Autors der „Klodeckel-Trilogie“

Meth statt Mett: Lieber Drogen als Schweinefleisch?

crystal meth photo

Häme ist fehl am Platz. Wenn einer so tief fällt, der anderen sein Leben lang mit dem erhobenen Zeigefinger begegnet ist, braucht er keinen Tritt mehr. Es verbietet sich allerdings ebenso jede Form von Relativierung. Sich schützend vor Volker Beck zu werfen und den Vorfall kleinzureden, nutzt weder ihm, noch dem Ansehen der Politik insgesamt. Die Fakten sind eindeutig: Einer der prominentesten Vertreter der moralinsauren grünen Besserwisser hat sich spätabends von der Polizei erwischen lassen, als er die Wohnung eines Dealers verließ, bei dem er sich eine der gefährlichsten Drogen besorgt hatte, die die Szene zu bieten hat. Kaum vorstellbar, dass Volker Beck selbst Konsument ist, doch in der schwulen Szene findet sich für Crystal Meth auch so eine Verwendung. Es ist kein Geheimnis, dass der langjährige Bundestagsabgeordnete gerne Sex mit Männern hat. Und natürlich geht es niemanden etwas an, mit wem er sein Bett teilt. Doch, wer zeit seines Lebens andere belehrt hat, ist angreifbar. Dass er die Freigabe von Drogen fordert, nutzt ihm da nichts. Anders, als mancher Kommentator das gerne hätte, schadet Beck nämlich nicht nur sich selbst, sondern auch der Gesellschaft, wenn er das Geschäftsmodell krimineller Dealer finanziert. Von einem Kauf zur eventuellen Weitergabe an andere ganz zu schweigen.

Crystal Meth ist nicht irgendeine Partydroge. Es handelt sich dabei um einen Stoff, der Menschen in kürzester Zeit abhängig macht, entstellt und körperlich zerstört. Das Methamphetamin, das schon die Nazis zum Aufputschen ihrer Truppen einsetzten, soll eine geradezu aphrodisierende Gefühlsexplosion bewirken, die Sexhungrige in die Lage versetzt, sich „tagelangen Exzessen“ hinzugeben, so ein Berliner Suchttherapeut. Kein Wunder, dass die Droge vor allem von jenen eingenommen wird, die gerne Wochenendorgien feiern, bei denen keinerlei Sexpraktik ausbleibt. Nun also ist einer damit erwischt worden, der vielen schon immer ein Dorn im Auge war. Manchen aus unappetitlichem Hass, vielen anderen aber vor allem wegen seiner penetranten Moralpredigten. Sie alle eint die Abscheu vor früheren Parteischriften Becks, in denen er befand, man könne das Schutzalter für sexuellen Verkehr guten Gewissens auf unter 14 Jahre senken. Zwar wollte er nichts mehr davon wissen, als er auf dem Höhepunkt des immer noch nicht abschließend aufgearbeiteten grünen Pädophilie-Skandals damit konfrontiert wurde, doch gibt es immer noch genügend grüne Parteikollegen, die der Idee nach wie vor aufgeschlossen gegenüberstehen. Und auch die Jugendorganisation der Grünen fand die Kritik an Becks frühen Pädophilie-Werken „wahnsinnig lächerlich“.

Becks „Crystal-Gate“ ist offenbar ein parteiübergreifendes Problem. Und doch ist in keinem politischen Lager die Fallhöhe so hoch wie bei den grünen Umerziehern. Wieder hat sich ein Führungspolitiker einer Partei entzaubert, in der sich viele für die besseren Menschen halten. Kompromisslos diktieren sie uns, wie wir den Müll zu entsorgen haben, was wir essen sollen oder aus welchen Quellen wir den Strom erzeugen dürfen. Unerbittlich wachen sie über unseren Sprachgebrauch, richten über unser Alltagsverhalten und geißeln jeden Verstoß gegen die von ihnen aufgezwungene Ideologie. Die Partei, die sich als Zusammenschluss der moralischen Elite des Landes versteht, muss einen weiteren Tiefschlag verdauen, darf aber darauf hoffen, dass wie schon bei Özdemirs Flugmeilenmissbrauch oder Cohn-Bendits Nacktmädchen-Geständnis auch Becks Drogenaffäre von willfährigen Journalisten rasch und geräuschlos eingemottet wird. Beck hat sich derweil für vier Wochen krankschreiben lassen. Hoffentlich nutzt er die Auszeit, um nach der Niederlegung seiner Ämter auch zu dem unausweichlichen Schluss zu kommen, dass er sich und seinem Berufsstand keinen Gefallen tut, wenn er an seinem Bundestagsmandat festhält. Nun sind aber erst einmal die Wähler am Zug: Bei den Landtagswahlen haben fast 13 Millionen Wahlberechtigte die Chance, der grünen Doppelmoral eine Absage zu erteilen.

Photo by Don Hankins

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2 Kommentare zu Meth statt Mett: Lieber Drogen als Schweinefleisch?

  1. Bekanntermaßen müssen wir fast jede Mode mitmachen die aus den USA herüberschwappt. Aufgrund der vorerwähnten Modeerscheinung aus den USA nimmt es niemandem wundern, dass auch unser Bundestag diesbezüglich vollständig mit Drogen durchseucht ist.
    Das fatale an der Situation ist, dass das Volk nahezu drogenfrei gehalten wird, was auch für die Promillegrenze bezüglich Alkohol anzumerken ist. Hingegen scheint es keine Rolle zu spielen wie besoffen unsere Vertreter im Amt herumwanken, oder wie sehr sie unter Drogeneinfluss stehen. Bislang hat das offenbar niemanden interessiert, außer wenn mal wieder einer aus dieser Regeln außerhalb des Bundestages versehentlich von der Polizei hochgenommen wird. Innerhalb des “Biotop Bundestag” scheint es jedoch keinerlei Reglementierung diesbezüglich zu geben.
    Dabei muss man sich mal klar machen, dass der angerichtete Schaden bei rund 600 unter Drogen stehenden Volksvertretern ungleich größer ausfällt, als wenn einige Millionen Leute aus dem Volk mal einen über den Durst trinken.
    Andererseits: Vielleicht sollte man die fatalen Entscheidungen der Bundeskanzlerin in den letzten Monaten unter diesem Aspekt einmal neu überdenken. Ich spekuliere mal, dass sei schon seit geraumer unter vernichtendem Drogeneinfluss steht. Damit ließe sich ihre befremdlich anmutende Politik zumindest halbwegs erklären.
    Im Netz fordern bereits erste Gruppen eine sofortige Entlassung aller drogenbelasteten Politiker. Neben Leuten, die wegen Alkohol oder Drogen ihre Führerscheine verlieren, sollten auch die Politiker, einer MPU (Medizynisch Psychologische Untersuchung) unterzogen werden. Natürlich müssten auch sofort Führerschein nebst Mandat entzogen werden, um größeren Schaden von der Gesellschaft abzuwenden. Noch schärferen und besonderen Drogentest sollten alle Bundestagsredner unmittelbar vor ihren Reden unterzogen werden, um sicherzustellen, dass dort nur noch Reden gehalten werden, die auch tatsächlich im Vollbesitz der geistigen Kräfte des Redners erfolgen, denn auch daran gab es in den letzten Jahren erhebliche Zweifel. Alternativ dazu könnte man den Selbstbedienungsladen Bundestag natürlich auch gleich komplett schließen, was einem echten Hauptgewinn des Volkes in dieser unsäglichen Politik-Lotterei gleichkäme.

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