Die liberale Montags-Kolumne des Autors von “Das Grauen” & “Hexenjagd”

Abschied auf Raten: Der Springer-Konzern bereitet das Ende Merkels vor

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Photo by geralt / pixabay

Seit der Bundestagswahl dümpelt Angela Merkel als “lahme Ente” herum. Nichts hat sie in den letzten zwölf Monaten zuwege gebracht. Den versemmelten “Jamaika”-Verhandlungen folgte nach langem Hin und Her die Flucht in die Arme der SPD, die ihr noch wenige Wochen zuvor richtig was “auf die Fresse” geben wollte. Dazwischen trug Merkel eine herbe persönliche Schlappe davon, als sie ihre Vertraute Annette Schavan nicht auf den Chefsessel der Konrad-Adenauer-Stiftung zu bugsieren vermochte. Und auch danach agierte sie mehr als glücklos: Ob beim Staatsbesuch in den USA, im Ringen mit Frankreichs Präsident Macron oder in Brüsseler Verhandlungsrunden, in denen ihre Kontrahenten sie überdeutlich spüren ließen, dass auch ihre außenpolitische Zeit abgelaufen ist. Niemand nimmt Angela Merkel mehr ernst, in Europa so wenig wie hierzulande. Nur mit der Hilfe ihrer öffentlich-rechtlichen Medien konnte sie sich überhaupt über den Sommer retten, um nach dem Maaßen-Desaster nun den wohl schwersten Nackenschlag ihrer vierten Amtszeit einzustecken: Ihr treuer Aktentaschenträger Volker Kauder wurde von der eigenen Fraktion kaltgestellt. Und so sehr sich Regierungssprecher Seibert sowie all die anderen Adjutanten und bezahlten Hofberichterstatter Mühe geben, einen anderen Eindruck zu erwecken, spürt jeder, dass Kauders Abgang Merkels Ende eingeläutet hat. Als bedürfe es dazu noch einer Bestätigung, hat der Springer-Konzern beschlossen, seine schützende Hand über der Kanzlerin wegzuziehen.

Wenige Getreue verbleiben als Kulissenschieber einer Machtversessenen, die nur noch zum Schein ihre Hosenanzüge durchs Kanzleramt tragen darf

Angela Merkel wollte den Moment ihres Abgangs immer selbst bestimmen. Doch diesen Punkt hat sie längst verpasst. Ein würdevolles Ende ist schon lange nicht mehr möglich. Immer noch klammert sie sich an ihr Amt, obwohl alle sehen können, dass sie und ihre Koalition nicht mehr regierungsfähig sind. Sie spielt weiter eisern die Rolle der Kanzlerin, so wie ein entlassener Büroangestellter, der sich jeden Morgen dennoch in den Anzug wirft und pünktlich aus dem Haus geht, um seiner Familie vorzugaukeln, alles wäre in bester Ordnung, während er tagsüber ziellos umherirrt. Immer adrett im Hosenanzug, irrt Merkel durch die Politik. Ihren Stuhl räumt sie nicht, teils aus Starrsinn, teils aber auch, weil eben kein anderer Posten frei ist, auf den sie sich retten könnte. Doch ihre Getreuen murren. Sie wollen nicht mehr die Kulissenschieber einer Machtversessenen sein, die nur noch zum Schein ihre Hosenanzüge durchs Kanzleramt tragen darf. Vor allem der mächtige Medienkonzern ihrer Freundin Friede Springer, in dessen Stiftungskuratorium einst Merkels Ehemann installiert worden war, zieht offenbar nunmehr die Reißleine. Spätestens seit dem BAMF-Skandal setzt es regelmäßig Prügel. Zwar darf die WELT immer mal wieder mit den Wölfen heulen, wie zuletzt beim Propagandastück zum Stolz der Deutschen auf ihre Politiker, doch gibt die ungleich auflagenstärkere BILD-Zeitung die Richtung vor. Sie lässt kaum noch ein gutes Haar an der Kanzlerin und rechnet schonungslos mit den Regierenden ab.

Noch folgen andere nur zaghaft, weil man es sich mit keinem Merkelisten verderben möchte, der vielleicht künftig das Kanzleramt besetzen könnte

Im Kielwasser des Springer-Konzerns trauen sich auch die ersten Journalistenkollegen, schärfere Töne anzustimmen. Zaghaft zwar, weil niemand vorherzusagen wagt, ob mit dem Abgang der Kanzlerin auch das “System Merkel” hinweggefegt werden wird, und man es sich mit keinem Merkelisten verderben möchte, der künftig das Kanzleramt besetzen könnte. Doch der Herdentrieb hat eingesetzt. Einer, der stramm an der Seite der Kanzlerin steht, macht hingegen mobil: Michael Spreng nutzte einen Talkshow-Auftritt in der vergangenen Woche zu einem Rundumschlag gegen seinen früheren Arbeitgeber, mit dem der Ex-Chef der BILD AM SONNTAG seit seinem Rausschmiss offenbar noch eine saftige Rechnung offen hat. Mehr als zwei Jahrzehnte lang war der Hesse bei Springer beschäftigt, bevor er die lukrative Politikberatung für sich entdeckte und 2002 Edmund Stoibers legendär gescheiterte Kanzlerkandidatur verantwortete. “Ziemlich furchterregend” sei die aktuelle Berichterstattung mit dem unterstellten “Anti-Merkel-Kurs”. BILD mache die Institutionen und Repräsentanten des Staates verächtlich und treibe das Land weiter nach rechts, glaubt Spreng festzustellen. Er wittert einen “Feldzug gegen Merkel” und sieht “eine Gruppe von Kriegern” am Werk, die sich zur “Vorfeldorganisation der AfD” machten. Fast scheint es, als stehe der 70-Jährige inzwischen bei der Kanzlerin in Brot und Arbeit. Er wird sie aber nicht retten können. Das hat schon bei Edmund Stoiber nicht geklappt. Und dessen Mission war um einiges leichter.

 

 

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4 Kommentare zu Abschied auf Raten: Der Springer-Konzern bereitet das Ende Merkels vor

  1. Das ficht die Dame doch alles nicht an. – Einer meiner beruflichen Kontakte meinte neulich einmal, daß er sehr gerne mal mit ihr unter 4 Augen ein Gespräch führen würde, um in Erfahrung zu bringen, in wessen Auftrag sie denn eigentlich tätig ist…

    Könnte mir kaum etwas qualvolleres vorstellen, es sei denn jemand sorgt dafür, daß man ihr zuvor verabreicht ein starkes Wahrheitselixir…

    Sie führt ihren Job aus, man wird versuchen, sie durchzuschleppen bis Anfang Dezember, bis der globale Migrationspakt unterschrieben ist und hernach gibt es dann zur Belohnung für jahrelange Treue ein hübsches Pöstchen bei der UN oder in Brüssel…

    So leicht wird man einen Insolvenzverwalter/Hedgefondmanager auch nicht los, zumal wenn er seinen Job gut macht.

  2. Na schön, da will man mir + anderen “Interessierten” verkaufen, dass der Springer-Club die Teflon-Kanzlerin fallen lassen will…..Möchten die wohl gerne, aber M führt nur das aus, was bestimmte “Welt-Eliten” anordnen. Den Gesamtplan kennt M noch nicht einmal, die hat nur zu funktionieren! GELD regiert diese Welt u. dort sollte man beginnen zu untersuchen, wo mit GELD alles gekauft, manipuliert, gesteuert usw. wird. Da tauchen allseits bekannte Namen auf, von Investment-Magnaten, Königshäusern, “Privatinvestoren”, usw. die über Netzwerke sehr viel steuern und beeinflussen. “WIR” sind
    n i c h t die Handelnden, werden aber gehandelt und behandelt! Aber der Krug geht so lange zum Wasser, bis er bricht…., das ist die spannende Frage, wie lange dieses Theater noch so geht u. was sich dann aus dem Chaos entwickelt.

  3. Wen repräsentiert Merkel? Es ist ihr Machtapparat! Es sind nicht nur ihre Schleppenträger, die sie sorgsam zusammengesucht hat und mit Pfründen ausgestattet hat, sondern ihre ideologischer Heimat: Alle Parteien die das bürgerliche Deutschland, die Heimat einer historischen Kultur ablehnen. Da sind nicht nur Parteien, die aus ihrer sozialistischen Ideologie bürgerliche Werte, vor allem das Eigentum ablehnen, sondern auch Bewegungen, die unter dem Einfluß der Stasi geformt wurden. Da sind die 68’er die nach diesem Kulturbruch entstanden sind. Da sind aber auch die von der DDR legalen und geduldet gefomten und bezahlten Parteigänger des Stasi – Merkel Regimes. Das waren die Kreaturen des Stasi Systems. Peymani beschreibt die Erosion einer im DDR Sozialismus entwickelten Protagonistin. Mittlerweile gibt es eine breite Mehrheit, die sie zum Abschuß freigegeben hat. Die Frage ist: Was kommt danach? Merkel, als ausgesuchte Nachfolgerin von Kohl, repräsentierte weiterhin das große geistige Vakuum, zu dem Deutschland entwickelt wurde. Die bisherige Stabilität des Merkel Regimes ergab sich nicht aus Merkel geistiger Attraktivität, sondern aus Alimentierung durch dieses System. Träger sind nicht Büger, die von ihrer Arbeit leben, sondern eine aus ideologischen Gründen mit öffentlichen Mitteln versorgte, neu kreierte antibürgerlichen Mehrheit. Das ist das neue Anti-Deutschland! Ist das die Mehrheit? Die Wahlen werden das entscheiden. Die Lebensfähigkeit des Merkel – Bolschewismus wird bestimmt durch die Finanzierung mit gedrucktem Geld. Ist das nachhaltig?

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