Der liberale Blog des Autors der „Klodeckel-Trilogie“

Der erfundene Tote: Ein neuer Tiefpunkt für den Komplizen-Journalismus

Lügenpresse photoWieder einmal hat sich ein Gutmensch als „Schlechtmensch“ entpuppt. Und einmal mehr haben sich die Medien als willfährige Komplizen betätigt, weil ihnen die grausame Lügengeschichte des Dirk V. nur allzu gut ins Konzept passte. Mit dem erfundenen Tod eines syrischen Zuwanderers hat sich der Mitarbeiter einer „Flüchtlingshilfe“ ein paar Stunden Aufmerksamkeit gesichert. Er sei betrunken und überlastet gewesen, habe sich „in eine Geschichte hineingesteigert“ und sie „in diesem Moment wohl selbst geglaubt“, gab Dirk V. via Facebook anschließend zu Protokoll. Eine entlarvende Aussage, denn viele Gutmenschen leben tatsächlich in ihrer eigenen Welt. Das unterscheidet sie von guten Menschen. In dieser Parallelwelt ist kein Platz für Wahrheiten. Die Wahrnehmung ist so verzerrt, dass die um sich selbst kreisenden Gutmenschen ihre Einbildung für real halten. Auf Trunkenheit und Müdigkeit kann sich jedenfalls niemand herausreden, der stundenlang einen Live-Ticker über einen angeblich Sterbenden in den sozialen Netzwerken geführt hat. Per Facebook ließ Dirk V. am frühen Mittwochmorgen alle Welt teilhaben am Tod, den es nie gab, von den ersten Minuten, als er einen grippekranken Syrer mit hohem Fieber vor dem Berliner Sozialamt („Lageso“) gefunden haben wollte, über den quälend langen Weg ins Krankenhaus, bis zum Moment, als der 24-Jährige angeblich in seinen Armen starb.

Und sofort stürzte sich die Netzgemeinde auf die Story. All jene meldeten sich nun zu Wort, die schon immer gewusst hatten, dass Deutschland unsozial ist und Fremde bei uns nur Menschen zweiter Klasse sind. Sofort wurden politische Forderungen nach einer humaneren Flüchtlingspolitik erhoben und die vermeintlich Verantwortlichen an den Pranger gestellt. Es gab gar welche, die dem Erstarken der rechten Szene eine Mitschuld am Tod gaben. Köpfe müssten rollen, nun habe das Versagen in der Flüchtlingspolitik eine neue Dimension erreicht. Kerzen wurden aufgestellt, Transparente gemalt und Trauerbotschaften angebracht. Kein einziger, der mehr wissen wollte. Und nicht nur die Schar der Gutmenschen war völlig aus dem Häuschen ob des staatlich verschuldeten Todes eines Flüchtlings, auch die versammelte Riege der Journalisten kannte nur eine Frage: Wie konnte das passieren und wer muss dafür zur Rechenschaft gezogen werden? Weit und breit war bis in die Mittagsstunden niemand anzutreffen, der die Erzählung hinterfragte. Jeder, der dies wagte, wurde von der Facebook-Gemeinde zum Nazi gestempelt. Als Polizei und Krankenhäuser im Laufe des Nachmittags immer mehr Zweifel an der Geschichte vom Lageso-Toten äußerten, machten sich auch die ersten Journalisten an die längst überfällige Recherche.

Bis zum Abend war klar: Alles nur erstunken und erlogen. Der Vorgang ist nicht nur ein Fiasko für die „Flüchtlingshilfe“ selbst, die ihrem ehrenamtlichen Helfer blind vertraute, sondern vor allem für die deutschen Medien. Die ohne jede Prüfung innerhalb von Minuten verbreitete Geschichte vom Tod eines Flüchtlings, den es nicht gab, steht im krassen Widerspruch zur journalistischen Sorgfalt, mit der in den Tagen nach Silvester die unterbliebene Berichterstattung begründet worden war. Damit haben die Journalisten selbst den Beweis für ihre Einseitigkeit sowie das Fehlen jeglicher Distanz und Objektivität geführt. „Lügenpresse“ muss da von außen keiner mehr rufen. Wer unbestätigte Meldungen immer dann in Umlauf bringt, wenn sie dem eigenen Weltbild entsprechen, umgekehrt aber tagelang Nachrichten zurückhält, weil er deren Inhalt ablehnt, hat seine Legitimation verloren. Inzwischen sieht sich bereits die Parlamentarische Versammlung des Europarates gezwungen, eine deutliche Mahnung an Deutschland zu schicken, weil sie die Wahrhaftigkeit in der Medienberichterstattung bedroht sieht. Man hat es nach Silvester nicht für möglich gehalten, doch für den deutschen Journalismus geht es immer noch ein Stück weiter nach unten. Mit der gefälligen Verbreitung der Berliner Lügengeschichte hat er einmal mehr gezeigt, dass er an der Wahrheit nicht interessiert ist.

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7 Kommentare zu Der erfundene Tote: Ein neuer Tiefpunkt für den Komplizen-Journalismus

  1. Ich hab da ’ne neue Sau, die wir durchs Dorf treiben können:

    „Der grausame Tod der Flüchtlingskanzlerin“

  2. Der Fall erinnert mich von der Reaktion der Presse und der Gutmenschen frappierend an den Fall des erstochenen Eritreers. Da war es auch sofort ein Anschlag von Rechten, sogar Demonstranten von PEGIDA wurden beschuldigt, Mahnwachen gab es, Linksextremisten von der SAntifa haben zu Rachefeldzügen aufgerufen, und der rosarote Klage-Beck von den Grün_Innen hatte schon wieder Polizei und Staatsanwaltschaft genervt. Und dann wars doch wieder ein Landsmann, angeblich im Streit um Hausarbeit, wohl aber eher wegen Drogen, die sie beide an deutsche Kinder vertickt haben. Der Mörder hat sogar noch wegen angeblichen rassistischen Übergriffen in die Kamera gejammert. Passte ja wunderbar ins zusammenphantasierte Weltbild Keine Recherche, keine Nachfrage erlaubt, weil Zweifel am Tathergang sowieso nur Nazis haben. Ist gerade ein Jahr her, aber weder Gutmenschen noch Presse haben was dazugelernt. Jahre zuvor wars der von Neonazis angeblich ertränkte Junge in Sebnitz oder die Jugendliche in Mittweida, der angeblich Rechtsradikale ein Hakenkreuz in due Hüfte geritzt hatten, und obwohl die Lüge schon aufgedeckt war, erhielt sie noch eine Gutmenschen-Ehrung. Alles gelogen, alles erfunden. Jetzt fehlt mir nur noch der von anderen Themen bekannte Satz:“Aber es hätte so gewesen sein können“

    Mit besten Grüßen

    Guerilla

    • Sehr interessant auch das schlagartige Desinteresse der Antifa und der Medien am „Pegida-Toten“, als herauskam, das es der „falsche“ Täter war.
      Vom Märtyrer zum möglichst zu verschweigenden Niemand – daran sieht man, wie die Gutmenschen und die Schläger Menschen für ihre eigenen Ziele mißbrauchen.

  3. Vom Nazi mit Hitlerbart(!!!)und Stahhelm mit Hakenkreuz drauf(!!!)der angeblich 2 Afghanen angegriffen hat hört man auch nichts mehr..wahrscheinlich hat er sich im Führerbunker versteckt….

  4. Wenn auch nicht unbedingt vergleichbar, so zeigt die Berichterstattung um einen Vater, er seine Kinder aus Fenstern einer „Flüchtlings“unterkunft in Lohmar geworfen hat, ebenfalls ihre Besonderheiten.

    Dass der Mann nunmehr geständig ist, versteckt der (ansonsten im Kontext von Migration i. w. S. recht offen gewordene „Focus“ in seinem Online-Auftritt verschämt unter der Rubrik „Panorama“ (wo sich ansonsten schon einmal Stars und Sternchen über ihre Unterleibs- und Oberweitenprobleme auszulassen pflegen, hier speziell in der Unterrubrik „Aus aller Welt“.

    In der Tat ist es hier völlig irrelevant, welcher Herkunft dieser Idiot ist. Man stelle sich jedoch vor, es handele sich um einen sog. „Biodeutschen“, am Ende gar noch mit Kontakten zur „rechten Szene“…

    Immerhin ist zumindest bei Focus Online insoweit ein Wandel eingetreten, als Fragen dazu, wieso Vorfälle ähnlicher Art prompt aus der Sparte „Politik“ ins „Panorama“ verlagert wurden, sobald der Verursacher sich als Täter mit „Migrationshintergrund“ entpuppte, nicht mehr dem Fallbeil der „Netiquette“ zum Opfer fallen. Mühsam nährt sich das Eichhörnchen..

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