Auf Kriegsfuß mit dem Kapitalismus: Warum der Papst auf dem Holzweg ist

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Seit März 2013 ist der Argentinier Jorge Mario Bergoglio Bischof von Rom. Der Jesuit ist anders als viele seiner Vorgänger. Schon in der Wahl seines päpstlichen Namens Franziskus kommt dies zum Ausdruck. Der Asket aus Buenos Aires verehrt den Bettelmönch Franz von Assisi. Mit seiner von Demut geprägten Amtsführung und dem Verzicht auf jedweden Prunk hat er sich viele Sympathien erworben. So bewundernswert sein Eintreten für die Ärmsten der Welt ist, sorgt Papst Franziskus mit seiner tiefen Verachtung für die Marktwirtschaft allerdings auch immer wieder für Irritationen. Sein ökonomisches Weltbild ist schlicht: Der Ursprung allen Leids ist der Kapitalismus. Dass die entbehrungsreiche Zeit im bettelarmen Argentinien diese Haltung geformt hat, mag als Begründung dienen, doch nicht als Rechtfertigung. Denn so einfach, wie die krude Sicht des Pontifex Maximus es suggeriert, ist es bei weitem nicht. Nun hat Franziskus einmal mehr nachgelegt: In seiner vor kurzem vorgestellten Enzyklika geißelt der Kapitalismushasser das Streben nach Geld und Profit. Doch so recht er dort hat, wo kapitalistische Exzesse der Gesellschaft schaden, so falsch liegt er grundsätzlich. Denn das Streben nach Mehr ist die Triebfeder allen Fortschritts und die Grundlage für den erfolgreichen Kampf gegen Armut und Hunger. Ein Blick in jene Länder, die konsequent auf den Sozialismus setzen, führt uns seit Generationen vor Augen, dass es zur Marktwirtschaft keine Alternative gibt, will man möglichst vielen der mehr als acht Milliarden Menschen die Chance auf eine lebenswerte Zukunft erhalten. Dass der Papst dies leugnet, ist alarmierend, weil seine Autorität dort besonders groß ist, wo sozialistische Ideologien ohnehin auf fruchtbaren Boden fallen.

Es gäbe in Corona-Zeiten auch für Laien Anschauungsbeispiele genug dafür, dass erst durch unternehmerisches Gewinnstreben Hoffnung keimen kann

Gerade in Zeiten einer weltweit ausgerufenen Pandemie bräuchte es ein Kirchenoberhaupt, das den 1,3 Milliarden Gläubigen, die vielfach in Schwellen- und Entwicklungsländern leben, erklärt, dass der Weg in ein besseres Leben nur über Marktwirtschaft, Privateigentum und Wettbewerb führt, und die Lösung nicht in staatlichen Allmachtsphantasien, der Entmündigung der Bürger oder sozialistischer Leistungsfeindlichkeit liegt. „Diese Wirtschaft tötet“, hatte Franziskus über den Kapitalismus kurz nach seiner Amtseinführung einmal gesagt. Die Zuspitzung war dem Nachbeben der Weltfinanzkrise geschuldet. Heute wiederholt er dies glücklicherweise nicht mehr. Doch an seiner Haltung hat sich nichts geändert. Dabei gäbe es in Corona-Zeiten auch für ökonomische Laien Anschauungsbeispiele genug, um zu belegen, dass erst durch unternehmerisches Gewinnstreben Hoffnung keimen kann. Nie zuvor ist so viel Geld in Forschung und Entwicklung geflossen, niemals haben so viele Firmen gleichzeitig an einem Virus geforscht, um wirksame Medikamente oder einen Impfstoff zu finden. Ganz gleich, wie man zu alledem steht, ob man die Aktivitäten für Hysterie hält oder für Profitgier, zeigen sie doch eines: Nur dort, wo sich der Einzelne etwas von seinem Engagement versprechen kann, geht es voran. Es ist richtig, dass der Papst mehr Solidarität und Nächstenliebe einfordert. Eine aus den Fugen geratene Welt braucht dies mehr denn je. Den Ausweg aus den vielen Krisen, Ungerechtigkeiten und Konflikten unserer Tage aber in sozialistischen Heilsversprechen zu suchen, ist geschichtsvergessen und ausgesprochen gefährlich.

In der Verknüpfung aller Ungerechtigkeiten mit der Marktwirtschaft vergibt Franziskus die  Gelegenheit zu einem wichtigen gesellschaftlichen Impuls

Selbst aus dem Umfeld des Papstes wird deutliche Kritik laut. Und nicht nur in Deutschland sorgen seine Worte für Kopfschütteln bei Ökonomen. Wer den Kapitalismus als „Krankheit“ sieht, statt zu erkennen, dass erst der medizinische und technologische Fortschritt, den es ohne freie Märkte nicht gäbe, die Heilung von Krankheiten ermöglicht, fällt in die finsteren Zeiten vor der Aufklärung zurück, in denen die fatalistische Losung, man dürfe Gott nicht ins Handwerk pfuschen, so viel Leid und Tod über die Menschen gebracht hat. Die Enzyklika des Papstes enthält viel Wahres und spricht wichtige Themenfelder an. In der Verknüpfung aller Ungerechtigkeiten und Probleme mit der Marktwirtschaft vergibt Franziskus aber die große Gelegenheit zu einem wichtigen gesellschaftlichen Impuls. Statt Ansätze zu Reformen aufzuzeigen, um eine in Teilen außer Kontrolle geratene Globalisierung wieder aufs richtige Gleis zu setzen, statt Regierungshandeln anzuprangern, das demokratische Prinzipien aushebelt und damit erst Auswüchse ermöglicht, wie sie etwa zur Finanzkrise geführt haben, statt Mut zu machen, dass das individuelle Streben nach wirtschaftlicher Verbesserung uns aus der Krise führen kann, beschränkt sich der Papst auf eine Hassschrift, die alle Erfolge negiert, die erst durch die Soziale Marktwirtschaft möglich wurden. Sozialistische Systeme schaffen Armut und Unfreiheit. Dies sollte einem 84-Jährigen auch in den von der Welt abgeschirmten Gemächern des Petersdoms nicht verborgen geblieben sein. Es ist eine verstörende Erkenntnis, dass sich der Papst an die Spitze derer setzt, die in teils wohlfeilen Gewändern einen weltweiten Systemumsturz erzwingen wollen. Selten war die Katholische Kirche weiter weg von ihren eigenen Idealen.

 

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33 Kommentare

  1. Natürlich dürfen Sozialisten nicht an die Regierung. In Deutschland würde die sozialistische Linke die Grenzen öffnen. Aber der Kapitalismus darf auch nicht so bleiben, wie er ist. Mehr dazu auf meiner Internetseite (bitte auf meinen Nick-Namen klicken). Unter den gegebenen Umständen wird zu wenig Rücksicht genommen auf die Umwelt und auf sozial Schwache. Es ist wünschenswert, dass die Partei ÖDP in den Bundestag kommt.

    1. Darf ich Ihnen mitteilen, dass wir vom Kapitalismus weit entfernt sind und uns immer stärker dem Sozialismus zuwenden. Das Eine bedingt das Andere. Leider wird der Kapitalismus als freie Marktwirtschaft von vielen Menschen nicht verstanden. Das Wichtigste in einer funktionierenden Wirtschaft ist eine gesunde Geldordnung. Wir haben genau das Gegenteil davon. Marx wusste, wie man den Kapitalismus vernichten kann: indem man die Währung zerstört. Es ist traurig, dass sich der Papst und die Kirchen generell so wenig und oberflächlich mit dem Thema Kapitalismus auseinandersetzen. Ich denke, sie werden dafür ihre Gründe haben.

      1. Sie sollten nichts mitteilen was nicht stimmt. Wir befinden uns mitten im Kapitalismus jedoch weit, weit jenseits freier Marktwirtschaft.
        Die Vokabel “ Kapitalismus als freie Marktwirtschaft“ ist ja nur noch zum Kopfschütteln bis zum Schleudertrauma, denn WO kommt denn dieser Kapitalismus heutzutage vor?

        Freie Marktwirtschaft funktioniert im Übrigen auch ohne „gesunde Geldordnung“, weil sie imstande ist ohne Geld zu funktionieren, denn sie funktioniert bestens auch z.B. mit Gold ganz ohne die Notwendigkeit das in Münzen zu prägen oder auch nur Geld nennen zu müssen.
        Oder ist es, meinerseits, Ketzerei nicht bereit zu sein etwas niczht schon deshalb „Geld“ nennen zu wollen, weil dieses „Etwas“ einige Eigenschaften mit Geld gemein haben mag?

        Nein, Geld ist für freie Marktwirtschaft ziemlich unwichtig, Freiheit, Eigentum, Vertragsfreiheit sind Beispiele für wichtigere Dinge, die mir spontan einfallen.
        In der Tat, für Kapitalismus IST Geld wichtig, nur genau da liegt schon ein Ansatzpunkt der deutlich macht das Kapitalismus und freie Marktwirtschaft nicht Dasselbe sind.

        1. Geld ist für den modernen Kapitalismus (= Marktwirtschaft) nicht nur wichtig sondern darüber hinaus auch produktiv, weil der Tauschhandel ohne Geld eine sog. „doppelte Koinzidenz der Wünsche“ erfordert. D.h., dass der Anbieter nicht nur jemanden finden muss, der sein Gut oder seine Dienstleistung erwerben will, sondern dieser Käufer muss zugleich jemand sein, der genau das anbietet, was der Verkäufer im Gegenzug erwerben möchte. Indem Geld als allgemeines Tausch- und Zahlungsmittel verwendet wird, entfällt diese Begrenztheit der „doppelten Koinzidenz“. Geld ist also ein Mittel, das den Güteraustausch erheblich erleichtert und so mehr Spezialisierung ermöglicht und dadurch die Produktivität erhöht.

          1. Der „moderne Kapitalismus“ ist KEINE Marktwirtschaft, sondern Staatsdirigismus zum Schutz der Interessen von denjenigen Teilen der Wirtschaft die längst der Mühsal enthoben sind zu Marktkonditionen tätig sein zu müssen, weil der Staat ihre Pfründe schützt.

    2. Wahrscheinlich ist es richtig mich auch hierzu zu äußern, damit nicht der Eindruck entsteht ich schlösse mich an.
      Meine Antwort ist kurz: das wichtigste Problem des heutigen Kapitalismus ist sicher nicht die Abwesenheit von Ökologie (denn schon die Abwesenheit von Freiheit ist ein viel größeres Problem).

  2. Sozialismus bedeutet Planwirtschaft und die kann schon aus mathematischen Gründen nicht funktionieren (Markovsche Verteilung).

    1. Natürlich kann Planwirtschaft mathematisch funktionieren, das Problem der Planwirtschaft ist das sie in Praxis nicht zu einem Ergebnis führt, mit welchem die Menschen in ihrer Mehrheit zufrieden sind.
      Man könnte das auch so interpretieren als das jede mathematische Lösung innerhalb der Rahmenbedingungen der Planwirtschaft eine Lösung ist, die zu einem Zustand von Wirtschaft und Gesellschaft führt die die Menschen nicht auf Dauer bereit sind zu ertragen.

  3. Es wäre eine Verdrehung der Realität so tun zu wollen, als ob die Existenz von Kapitalismus identisch mit der Existenz freier Marktwirtschaft ist, denn genau das ist heutzutage praktisch nirgends der Fall, in der Bundesrepublik Deutschland beispielsweise seit 1949 nicht.

    Und ich schreibe hier „freie Marktwirtschaft“ weil das im Eigentlichen die einzige ‚Art‘ von Marktwirtschaft ist, die den Namen „Marktwirtschaft“ verdient.
    Anders gesagt: wer vom „Marktwirtschaft“ spricht sollte ausschliesslich „freie Marktwirtschaft“ meinen.

  4. Sozenbruder Franziskus ist, wie große Teile der katholischen Kirche, eine Mogelpackung. Er ist ein Linken-Liebchen in päpstlicher Luxusausstattung. Da überzeugt es auch nicht, wenn er öffentlich 4-6 Paar schmutzige Füße von Armen hingebungsvoll wäscht und abtrocknet. Die Kirche lebt bestens von der Not anderer Menschen und ist nicht einmal bereit, in den eigenen Reihen bezüglich des Kindesmissbrauchs vorbehaltlos aufzuräumen. Als gläubiger Mensch kann man sich nur mit Abscheu von diesen Kirchen abwenden. Ich denke Gott ist da „ganz bei mir“. Und gerade heute wird wieder einmal ein „päpstliches Narrativ“ von der Wirklichkeit erschlagen. Franziskus hat nicht NUR ein Herz für Arme, sondern auch ein „Hertz“ für den US-Autovermieterkonzern! Der Vatikan wettete in spekulativer Art auf die Kreditwürdigkeit dieses Unternehmens. Alle Kirchenchöre antreten! Mit Masken! Wir singen zusammen ein dreifaches Halleluja auf die Kirche, die mit allen Mitteln arbeitet, um, so Franziskus, „ eine arme Kirche für die Armen“ zu werden. Gott zum Segen wurde Jesus ans Kreuz GENAGELT, sonst wäre er schon längst abgesprungen! Wer sich solchen Heuchlern anvertraut, der ist wirklich arm, arm dran!

    1. Sein deutscher Vorgänger Benedikt hat es nicht geschafft, sich gegen diese Machenschaften durchzusetzen und hat konsequenterweise den Hut genommen. Sie rotten sich zusammen und halten an ihrer Macht fest, ein Paradebeispiel an Heuchelei. Jesus hat uns etwas anderes gelehrt.

      Es ist so wie mit dem Tiefen Staat, der sich in vielen Ländern, vorzugsweise in den USA, festgefressen hat. Trump hat den Kampf aufgenommen, aber er ist noch nicht gewonnen. Es wird auch in den Amtskirchen zu massiven Veränderungen kommen, weil der Druck von der Basis immer stärker wird.

    2. Gute Antwort. Ich möchte ihnen mal ans Herz legen, den geheimen Schwur der Jesuiten, im Netz zu suchen. Wenig Aufwand aber der Effekt ist maximal. Danach sehen sie diese Typen in einem anderen Licht.
      Bei anderen Religionen ist es noch schlimmer.

    3. Was ist Franziskus denn nun, ein „Sozenbruder“ oder ein (verkappter) Marxist (wie ich aktuell in ef-TV höre)?
      Zwischen Beiden Dingen liegen nämlich Welten.

      Das zu begreifen setzt voraus zu verstehen das wirkliche Marktwirtschaft frei ist und jede Attributierung (wie z.B. „sozial“) Marktwirtschaft unfrei macht und eigentlich zu einer Nicht-Marktwirtschaft macht.
      („frei“ ist das einzige Atrribut das man im Zusammenhang mit Marktwirtschaft gebrauchen kann, denn es verdreht deren Inhalt nicht, einzig ist es redundant,)

      Wer jedoch meint inhaltlich freie Marktwirtschaft wäre nicht sooo wichtig, sondern es genüge von irgendeiner ‚Marktwirtschaft‘ zu reden, wie es in Deutschland z.B. seit 1949 der Fall IST (ich wiederhole mich), der hat nichts begriffen.

      Eigentlich eine sehr einfache Sache, nur leider scheint es ja eine dauerhaft starke Mehrheit zu geben die meint wenn man in einen Liter Wein zehn Liter Wasser schüttet bliebe das Wein, sowohl dem Grunde nach, wie auch weil da noch das Weinettiket kleben mag.

      1. eine Klarstellung, denn ich könnte sonst missvestanden werden:
        wenn ich schrieb das beispielsweise die Attributierung mit „sozial“ die freie Marktwirtschaft bereits unfrei macht, dann _auch_ deshalb weil diese Attributierung vom falschen Verständnis ausgeht das freie Marktwirtschaft nicht sozial wäre und deshalb einer sozialen Korrektur bedürfe, was nur überhaupt nicht stimmt.

        Jeder der meint freie Marktwirtschaft wäre nicht sozial betrachtet in Wahrheit unfreie Marktwirtschaft.

      2. Es liegt daher an uns, die wir die Alternativlosigkeit von Marktwirtschaft verstanden haben, dies immer wieder mutig zum Ausdruck zu bringen. Würde das jeder Wissende tun, wären wir schon ein Stück weiter. Jeder Einzelne sollte sich bewusst werden, dass er einen wesentlichen Beitrag leisten kann, um wichtige notwendige Veränderungen herbeizuführen. Marktwirtschaft verhält sich in unserer Gesellschaft zum Sozialismus etwa so wie das Leben zum Tod und ist daher von existenzieller Wichtigkeit. Auch ein Mittelweg – wie immer er genannt wird – führt letztlich in den Untergang.

        1. Bloß wir bringen nicht die Alternativlosigkeitz von freier(!) Marktwirtschaft zu Ausdruck wenn wir immer wieder die Vokabel Kapitalismus verwenden, statt wirklich Marktwirtschaft.

          Marktwirtschaft in „unserer“ Gesellschaft? Wo ist sie denn, wo kaum noch echter Wettbewerb stattfindet und stattdessen Monopole, gedeckt durch Politik und Staat, die Realität bestimmen?

          Ich bin zufällig Unternehmer und die Realität heutigen Unternehmertum sieht so aus das ich mich gegen solche Konkurrenz zu wehren, die nur existiert weil die vom Staat künstlich am Leben gehalten wird und ich muss auch noch zusehen das die Subventionen die der Staat solchen Leuten zahlt von meinen Steuern bezahlt werden.
          Was ist z.B. mit Betrügern wie VW, die Betrogene nicht nur nicht adäquat entschädigen, sonden frech die nächsten Subventionen fordern? Sollen das etwa Verbündete von uns sein, wenn wir über Marktwirtschaft reden?

          1. Wir haben eine von der Politik durch immer mehr Gesetze, Ge- und Verbote, Verordnungen etc. gesteuerte Wirtschaft, die sich vom Ideal einer freien Marktwirtschaft immer weiter entfernt. Es ist der unsägliche und ebenfalls in den Abgrund führende Interventionismus der Politik. Die Lösung ist einfach: gänzlicher Rückzug der Politik aus der Wirtschaft. Wirtschaft funktioniert ohne Politik hervorragend. Warum nicht einmal einen Versuch starten?

          2. „Wir haben eine von der Politik durch immer mehr Gesetze, Ge- und Verbote, Verordnungen etc. gesteuerte Wirtschaft, die sich vom Ideal einer freien Marktwirtschaft immer weiter entfernt.“

            Weshalb ich es erstaunlich finde, das Sie diese Zustände an anderer Stelle als „Marktwirtschaft“ bezeichnen.
            Im Übrigen: Wann hat denn in der Bundesrepublik JEMALS freie Marktwirtschaft geherrscht? In der Bundesrepublik herrscht seit Beginn ihrer Existenz ‚UNFREIE Marktwirtschaft‘, wenn man sich denn eine solche Wortschöpfung erlauben will, denn eigentlich reden wir hier über etwas wie einen „eckigen Kreis“, den wir besser gleich „Viereck“ o.ä. nennen sollten.

            „Warum nicht einmal einen Versuch starten?“

            SEHR gerne, aber in einem Rechtsstaat müssen gleichzeitig auch Betrüger (ich nannte das Beispiel VW), adäquat(!) zur Verantwortung gezogen werden und dürfen nicht vom Staat geschützt werden.

          3. Deswegen ist auch die Forderung echter Volksvertreter so wichtig, dass sich der Staat idealerweise gänzlich aus der Wirtschaft zurückzieht. Der Interventionismus verschlimmert alles nur noch. Es gab übrigens in der BRD eine Zeit nach dem II. WK, in der eine liberale Wirtschaftspolitik umgesetzt wurde. Es war die Zeit des Ludwig Erhard, die zu Recht als deutsches Wirtschaftswunder bezeichnet wird.

    4. Gern gibt sich die Kirche als Hüterin der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit.
      Da die Kirche sich an finanziellen Spekulationen beteiligt, muss ich den Begriff „Barmherzigkeit“ aus ihrem Mund anzweifeln.
      Gerade die Kirchen verdienen horrendes Geld an der „offenen Tür“ des Staates.
      Die evangelische Kirche sorgt sogar mit eigenem „Fahrdienst“ für die Belegung (Die kath.Kirche ist beteiligt).
      Dieser Papst, seines Zeichens ein Jesuit, passt sehr gut in die heutige Zeit der Transformation.

  5. Der Beitrag und die dazu verfassten Zuschriften zeigen, dass die Begriffe „Kapitalismus“, (soziale) „Marktwirtschaft“ und „Sozialismus“ nicht ökonomisch verstanden sind.

    Was ist Kapitalismus? Kapitalismus ist ein Wirtschaftssystem das primär auf die Erzielung von Kapitalertrag ausgerichtet ist.
    Beim Kapitalismus kommt es zur Überentwicklung von Geldvermögen verursacht durch den
    Zinseszinsmechanismus.
    Beim Kapitalismus hat das Kapital Vorrang vor allen anderen wirtschaftlichen Ansprüchen.
    Der Kapitalismus führt zu einem erzwungenen monopolistischen Herrschaftssystem.
    Unter diesen Kriterien betrachtet, ist festzustellen, dass es weltweit nur ein einziges Wirtschaftssystem gibt, nämlich das kapitalistische.

    Marktwirtschaft basiert auf Angebot und Nachfrage. Schön dargestellt in dem Film „Das Wunder von Wörgl“.

    Fälschlicherweise wurde behauptet, dass es in der DDR Sozialismus gegeben hat. Dort herrschte aber Staatskapitalismus.
    Was dringend korrigiert werden muss, ist unser fehlerhaftes Geldsystem. Es sollte nicht mehr destruktiv, sondern konstruktiv umlaufgesichert sein.

    Dieses fehlerhafte Geldsystem sorgt für eine ständige Umverteilung der gemeinsamen Ressourcen dieser Welt zugunsten einer gewissen Elite. Auch der Wachstumszwang liegt darin begründet. Die Ausbeutung, Verarmung und Verschuldung der sogenannten Dritten Welt geht auf das Konto eines falschen Geldsystems.

    Wenn Papst Franziskus nicht die Zusammenhänge zwischen Ökonomie und Geldsystem erkennt, dann sind alle seine sonstigen Bemühungen für die Katz.

    1. Die Geldordnung ist deswegen so schwer angeschlagen, weil die Geldmenge vor allem durch die Zentralbanken, aber auch durch die Geschäftsbanken immer stärker erhöht wird. Diesen Vorgang nennt man INFLATION. Wie sie endet, ist zwar vielen bekannt, wird aber vielfach ignoriert. Die Zerstörung der Währung ist eine marxistische Idee, die auch den Kapitalismus zerstört wird.

      1. Die Zerstörung der Währung ist KEINE marxistische Idee, denn Marxisten wollen den Kapitaklismus, klar und eindeutig, durch Revolution beseitigen und nicht durch finanzwirtschaftliche Tricks.

  6. In der DDR gab es nahezu lupenreinen Sozialismus, denn Sozialismus ist nicht gleich ist nicht gleich dem versprochenen Ziel der Marxisten (Kommunismus), sondern etwas das sie selbst als Diktatur konstruiert haben, weil sie es geschichtlich für nötig erachteten.

  7. Seine Heiligkeit „kommunisten Franzel“ soll doch mal nachzählen wieviel Geld er von sozialistischen Ländern bekommt und wieviel Einnahmen er von kapitalistischen Gesellschaften für seine „Schwätzer Organisationen“ erhält. Anstatt verfolgte christliche Gemeinden in Afrika oder dem Osten zu beschützen und zu unterstützen, verstecken seine Eminenzen verschämt ihr Markenlogo, das Kreuz. Pikant sind auch die Milliarden schweren Diözesen in Deutschland, gefüttert von staatlichem Zwangseinzug. Franzel könnte mit deren Geld viel Gutes tun und mit wackeren Schritten seine eigenen kapitalistischen Firmen liquidieren.

    1. Genauso ist es! Ich habe es schon einmal erwähnt: Sein Vorgänger hat den Kapitalismus verstanden, er leider nicht. Oder gibt es andere Gründe?

  8. Bevor man sich inhaltlich über bestimmte Schlagworte austauscht, wie „Soziale Marktwirtschaft“ oder „Kapitalismus“, sollte man sich über die Definitionen dieser Begriffe einig sein. Sonst redet man munter aneinander vorbei. Tatsächlich geht es doch um Selbstständigkeit versus staatliches Reglement. Wie weit soll das Staatswesen in die Gesellschaft eingreifen? Bin ein Anhänger des Kleinst-Staates. Verteidigung und Sicherheit gehören zu seinen Kernkompetenzen. Ansonsten sollte mehr Macht und Selbstverantwortung in die Länder, noch besser in die Kommunen zurückgeführt werden. Kleine Einheiten, schnelle Veränderung, nahe am Geschehen. Momentan führt der Weg in die völlig verkehrte Richtung, in eine Öko-Corona-Diktatur. Aus der Markt- in die Planwirtschaft mit Helikoptergeld und Staatsabhängigkeit. Franz der Pope ist ein Verstärker und Anhänger dieses Weges.

    1. Ja, Frau Schönfelder, Sie haben sich mit diesem Thema wirklich ernsthaft auseinandergesetzt.

      Mir gefällt die einfache Erklärung des Kapitalismus von Frank Hollenbeck aus dem Jahre 2016 auf misesde.org am besten: „… Kapitalismus ist ein Sozialsystem, das auf einem simplen Prinzip der Gerechtigkeit basiert: Einer Person, die sich aus freien Stücken anstrengt, steht die volle Verfügbarkeit über die daraus resultierende Zufriedenheit zu. Kapitalismus stellt das Individuum und dessen natürliche Rechte, inklusive dessen individuelle Freiheit, in den Mittelpunkt des Sozialsystems. .. Der Kapitalismus ist nicht designt, sondern eine natürliche Entwicklung von Selbstinteresse, welches jedem Menschen innewohnt. .. Selbstinteresse ist aber nicht gleichbedeutend mit Kapitalismus. Das Gerechtigkeitsprinzip schließt nämlich nicht aus, dass die Menschen die Früchte ihrer Arbeit verschenken. Diese barmherzige Geste wird im Übrigen viel höher wertgeschätzt als der persönliche Konsum. Selbstinteresse liegt jedoch in der Natur des Menschen. Da der Mensch ständig versucht, seine Anstrengungen zu reduzieren, wird er auch ständig versuchen zu innovieren, indem er neue Möglichkeiten (Erfindungen) entwickelt, um damit existierende und neue Bedürfnisse befriedigen zu können. Kapitalismus bietet dafür die besten Rahmenbedingungen, da sich dieses Selbstinteresse dort entfalten kann…“

  9. Herr, Scheidl, gefällt mir. Bin ganz Ihrer Meinung. Muß nicht extra erwähnen, daß, aus linkem Auge betrachtet, das überlebensnotwendige und soziale Selbstinteresse des Menschen, (sozial weil es ihn zum unabhängigen Mitglied einer Gesellschaft macht) zum „kalten Egoismus“ zum „Neoliberalen“ avanciert. Denn erstens, will der faule linke Sack das Geld der Arbeitenden, weil er zweitens, angesichts seiner asozialen Verweigerung zur Anstrengung nicht SELBSTSTÄNDIG in einer Gesellschaft überleben kann. Für sein eigenes würdeloses, klägliches und leeres Dasein fordert er drittens einen ENTSPRECHENDEN AUSGLEICH: Er will Macht und soviel (fremdes) Geld, daß er allen anderen sagen kann, wo es langgeht. Momentan hat er drei Einnahmequellen. EZB-Druck-Geld, Steuereinnahmen, und Großkapital-Geld aus WEF-Kreisen in Davos. Leider.

  10. Gern gibt sich die Kirche als Hüterin der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit.
    Da die Kirche sich an finanziellen Spekulationen beteiligt, muss ich den Begriff „Barmherzigkeit“ aus ihrem Mund anzweifeln.
    Gerade die Kirchen verdienen horrendes Geld an der „offenen Tür“ des Staates.
    Die evangelische Kirche sorgt sogar mit eigenem „Fahrdienst“ für die Belegung (Die kath.Kirche ist beteiligt).
    Dieser Papst, seines Zeichens ein Jesuit, passt sehr gut in die heutige Zeit der Transformation.

  11. Der Artikel enthält mehrere Aussagen, die es in Ruhe zu bedenken gilt, die jedoch auch ohne sachgerechte Unterscheidung zu einem Eintopf vermischt in die Irre führen. Volkswirtschaftliche Erkenntnisse und Theoreme und die ethische Unterscheidung menschlichen Verhaltens bzw. seiner Antreiber in „gut“ und „böse“ sind völlig unterschiedliche Dinge. Die Ansicht eines Adam Smith , dass (nur?!) kollektiver Egoismus zu Wohlstandsmaximierung einer Volkswirtschaft führe, hat mit der jüdisch-christlichen Sicht und Jahrtausende alten Lebenserfahrung wenig zu tun. Auch dürfte auffallen, dass gerade jüdisch-christliches Engagement historisch gesehen einen wesentlichen Beitrag zur ökonomischen und gesellschaftlichen Prosperität der westlichen Welt geleistet hat, wie auch die Anliegen einer „sozialen Marktwirtschaft“ eng mit christlichem und nicht mit egoistischem Denken zusammen hängen. Warum das so ist, worin die Unterschiede liegen und was Papst Franziskus gemeint haben könnte, was nicht vom Artikel erfasst oder korrekt beschrieben wird, wäre wichtiger als vorschnelle Gleichsetzungen. Ohne die Aussagen von Papst Franziskus beurteilen zu wollen: Das christliche Koordinatensystem ist etwas ganz anderes als eine eindimensionale Achse zwischen Sozialismus und Kapitalismus. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Wo menschliche (wirtschaftspolitische) Theorien und Programmatiken nicht der Ordnung Gottes entsprechen, werden sie Schaden wirken und sind zum Scheitern verurteilt, weil sie im Kern nicht gut und gerecht sind.

    1. Also, der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus ist relativ einfach erklärt: Während der eine nachhaltig funktioniert und in unserer arbeitsteiligen Welt gesamtwirtschaftlich immer zu Wohlstand führt und auch geführt hat, ist der andere letztlich undurchführbar und endet stets in Elend und Armut. Antony P. Mueller hat es in seinem Buch zu Recht so tituliert: „Kapitalismus ohne Wenn und Aber – Wohlstand für alle durch radikale Marktwirtschaft.“
      Die Verfechter der sog. „sozialen Marktwirtschaft“ mögen einmal erklären, worin ihrer Ansicht nach der Unterschied zwischen Marktwirtschaft und jener mit dem Attribut „sozial“ versehenen besteht? Man braucht die Marktwirtschaft oder den Kapitalismus nicht zu zähmen. Man braucht sie nur zulassen und sie werden ihre Effektivität zum Wohle des leistungswilligen Volkes entfalten.

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