Der hässliche Deutsche: Die journalistische Gier nach deutschen Straftätern

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xusenru / pixabay

In fetten Buchstaben prangte es auf den Titelseiten der großen Zeitungen. Kaum eine Redaktion, die der Headline widerstehen konnte: „Vier deutsche Touristen auf Mallorca festgenommen“ – so oder ähnlich war es überall zu lesen. Auf der beliebten Ferieninsel haben offenbar mehrere junge Männer eine 18-Jährige nach einer Party ins Hotelzimmer gelockt. Zwei von ihnen sollen sie dort vergewaltigt haben. Inzwischen sitzen nur noch die beiden Hauptverdächtigen in Untersuchungshaft. Sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten, drohen ihnen drastische Strafen. Denn die spanische Justiz ist gerade bei Gewalt gegen Frauen kompromisslos. Nachsicht oder gar „Rabatte“ gibt es dort in diesen Fällen nicht. Es bleibt abzuwarten, wie die weiteren Ermittlungen verlaufen. Eines lässt sich aber schon heute sagen: Die Meldung von vier verhafteten Deutschen war inhaltlich zutreffend – und spiegelt doch die ganze Falschheit einer Journalistengeneration wider, die dafür verantwortlich ist, dass die Presse bei weiten Teilen der Bevölkerung derart geringes Ansehen genießt. Ganz offensichtlich handelt es sich bei den Festgenommenen um Deutsche, denn sie besitzen einen deutschen Pass. Dies allerdings zur Kernbotschaft einer Meldung über eine Straftat zu machen, sagt viel über die Berichterstatter aus. Während bei Tätern aus bestimmten Regionen tunlichst vermieden wird, irgendwelche Hinweise auf die Nationalität zu geben, lässt die hiesige Journaille ihr Publikum nur allzu bereitwillig wissen, wenn sie eines Passdeutschen habhaft geworden ist. Man gewinnt hier und da geradezu den Eindruck, der Umstand werde zelebriert.

Im Grunde ist es völlig einerlei, welche Staatsangehörigkeit jemand besitzt, denn ein Reisepass sagt nichts darüber aus, wer man ist

Wo es dem Narrativ nutzt, wird – wie beim Attentat auf den Bus einer Fußballmannschaft – gerne auf die Herkunft verwiesen. Ein „Deutsch-Russe“ oder „Russland-Deutscher“ geht immer – ein „Deutsch-Türke“ scheint sich zu verbieten. Dabei ist es im Grunde einerlei, welche Staatsangehörigkeit jemand besitzt. Denn ein Pass sagt nichts darüber aus, wer man ist. Der aktuelle Fall ist dabei exemplarisch. Was Gruppenvergewaltigungen in Deutschland angeht, zeichnet die Polizeiliche Kriminalstatistik ein klares Bild – und doch ist es unvollständig: Die Zahl der erfassten Fälle bewegt sich mit Ausnahme einer Spitze infolge der Silvesternacht 2015/16 auf konstantem Niveau. Sie liegt relativ niedrig, doch nimmt der Anteil verdächtigter Ausländer zu. Diese sind bei Gruppenvergewaltigungen nicht nur in der Mehrheit gegenüber Straftätern mit deutschem Pass, sondern auch in hohem Maße überrepräsentiert bezüglich ihres Anteils an der Gesamtbevölkerung. Statistisch nicht darstellbar ist die Betrachtung weiterer Merkmale, die über die reine Staatsangehörigkeit hinaus gehen. Dies ist einerseits politisch nicht gewollt, andererseits in weiten Kreisen verpönt. Schnell wird das Gespenst des „Racial Profiling“ an die Wand gemalt. Die Schlussfolgerung kann daher für die Berichterstattung nur lauten, entweder in jedem einzelnen Fall „Ross und Reiter“ zu nennen, oder jegliche Hinweise zu unterlassen, die den Täter näher bezeichnen. Schnell wird erkennbar, dass Letzteres zum Scheitern verurteilt ist. Es wäre auch nicht im Sinne des Journalismus. Eine Nachricht soll den Leser darüber informieren, was durch wen wo und wann passiert ist.

Deutschlands Journalisten müssen es endlich unterlassen, Tatverdächtige mit deutschem Pass auf ihre Staatsangehörigkeit zu reduzieren

Nur die konsequente Benennung von Nationalität und Herkunft eines Täters kann das journalistische Dilemma auflösen – auch auf die Gefahr hin, dass sich die öffentliche Wahrnehmung zu bestimmten Delikten und Tätergruppen bestätigt. Noch wissen wir nicht, ob die türkischstämmigen Täter neben der deutschen auch über die türkische Staatsbürgerschaft verfügen. Immerhin leben in Deutschland einige Hunderttausend Deutsch-Türken mit zwei Pässen. Insgesamt wird die Zahl der Doppelstaatler auf mehrere Millionen geschätzt. Die großformatige Darstellung, die Vergewaltiger seien Deutsche, ist vor diesem Hintergrund umso voreiliger. Ich selbst trage einen ausländischen Namen. In den 1970er Jahren kam ich mit meinen Eltern aus dem Iran. Als Nicht-Muslime gab es für uns dort keine Zukunft. 1977 erhielt ich die deutsche Staatsbürgerschaft – die einzige, die ich besitze. Eine Möglichkeit, mich für zwei Pässe zu entscheiden, stand mir nicht offen. Ich hätte sie auch nicht in Anspruch genommen, weil für meine Eltern und mich eines immer feststand: Ich fühle mich ohne Wenn und Aber dem Land verbunden, in dem ich lebe. Daher habe ich in den Jahren 1987 und 1988 auch meinen Wehrdienst in Deutschland abgeleistet. Dies empfand ich als Selbstverständlichkeit. Und doch würde ich niemals erlauben, dass man mich auf meine Staatsangehörigkeit reduzierte. Von Deutschlands Journalisten verlange ich, dass sie dies bei Tatverdächtigen mit deutschem Pass endlich unterlassen. Sie könnten auf diese Weise etwas Glaubwürdigkeit zurückgewinnen. Und ganz nebenbei würde ich mich als einer von 72 Millionen hier lebenden Deutschen in Zukunft ein bisschen weniger diskriminiert fühlen.

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9 Kommentare

  1. Die Infantilisierung der Gesellschaft hat schon längst auch die Medien erfaßt. Der Medienschaffende fühlt sich als ‚Robin Hood‘ für die ‚richtige‘ Botschaft, als d e r Multiplikator der einzig ‚wahren‘ Meinung, als ‚besonders Verantwortlicher‘ für die
    geframte linke Propaganda, von der die Medien in diesem Lande ’so gut und gerne leben‘. Seriöser Journalismus war einmal. Heute sucht sich der ideologisierte Schreibknecht, verantwortungslos, als kleiner Peter Pan, nur noch ein Event, über das er seine propagandistische Meinung stülpen kann. Um vor den Augen der Öffentlichkeit die kriminelle Schieflage notdürftig geradezubiegen, wird Migrantenkriminalität verschwiegen, wenn das nicht klappt, verharmlost oder
    aufgrund des deutschen Passes in die Welt der germanischen Kartoffel verwiesen, gleichwohl der Täter kulturell eher einen Döner oder ähnliche orientalische Küche bevorzugt. Selbst der dümmste deutsche Hans, aber gleich gar der ‚vigilante‘ Rest der deutschen Bürgerschaft( Danke Vera Lengsfeld) erkennt die plumpe Täuschung, denn selbst bei der Vergewaltigung, die meines Erachtens ohnehin mit einem viel, viel zu geringem Straßmaß versehen ist ( hallo Gendertussis, wo bleibt hier euer Einsatz???), arbeitet der muslime Täter lieber im Rudel. Der deutsche Vergewaltiger ist in der Regel eher Einzelgänger. In den Knast, gehören sie alle und zwar viel länger als bisher!

  2. Im ehemaligen Ostdeutschland gibt es noch heute das Bewußtsein, parteiaffinen Medien nicht zu trauen, weshalb auch die Bezeichnung „Lügenpresse“ im Osten sehr oft zu hören ist.
    Wir haben gelernt, zwischen den Zeilen zu lesen, und selber zu recherchieren. Dazu hatten uns die SED-zensierten Medien der DDR regelrecht gezwungen.
    Also ist die Assoziation Kriminelle und Ausländer für uns erstmal normal, wenn die Herkunft der Kriminellen verschwiegen wird. Andererseits sehen wir auch genau hin, wenn besonders betont wird, das Deutsche die Verbecher sind. Waren es nun Deutsche oder Türken mit (auch) einem deutschen Pass? Solche Fragestellungen provoziert die LÜGENPRESSE.

  3. Es gibt keine Mirgranten mit deutschen Pass. Die BRD GmbH ist überhauptnicht berechtig
    irgendwelche Pässe oder Staatsbürgerschaften zu vergeben bzw auszugeben.
    Sie Urteil des Bundesverfassungsgericht vpm 25.07.2012. Alle was hier passiert ist
    RECHTSWIDRIEG und WILLKÜR des MERKELREGIMES…. nichts anderes

    1. Richtig, nur ein Großteil des BRD Personals scheint das nicht zu interessieren bzw.
      hält sowas für unglaubwürdig.
      Der Reisepass und Perso sind kein rechtlicher Nachweis auf die deutsche Staatsangehörigkeit, sondern äußert nur die Vermutung das man deutscher sein könnte.

  4. Einmal mehr einen Dank für diesen Beitrag. – Bislang hatte ich von diesem Vorfall allenfalls die Überschrift irgendwo gelesen. – Man liest 4 Deutsche, speichert das ab und schon hat sich der Sinn und Zweck dieser Nachricht erfüllt.

    Ich mag da höchst altbacken sein, aber die Paßzugehörigkeit sagt leider nur herzlich wenig über die Meme/Bewußtseinsinhalte aus, die jemand mit der Mutterbrust aufsaugen durfte bzw. von der Generation der Väter eingebläut bekam, zumindest nicht mehr seit Rot/Grün 2002 das Personenstandsrecht grundlegend reformiert hat.

    In diesem Zusammenhang gebührt Rot/Grün auch ein außerordentlich großer Dank,
    denn ohne diese segensreiche Änderung kämen wir heute gar nicht in den Genuß, über die Rücknahme irgendwelcher IS-Kämpfer zu diskutieren, sie wären schlichtweg keine Deutschen.

    Und auch die Familien dieser ‚bedauenswerten‘ jungen Männer, bei denen sich das Bild, das sie von deutschen Frauen haben, mutmaßlich ein wenig zu sehr phallustierte, würden jetzt wohl kaum Unterstützung vom Deutschen Staat fordern, sondern ihre Hoffnung alleine stützen auf Allah und seinen irdischen Statthalter Recep Tayyip Erdoğan.

    (Gerade einmal einen beliebigen Artikel zu dem Vorfall mir angeschaut: https://www.derwesten.de/panorama/mallorca-mutmassliche-gruppenvergewaltigung-drei-deutsche-hinter-gittern-id226387651.html – Im Zusammenhang mit den Herrschaften wird auf der Seite 6 Mal der Deutschlandbezug hervorgehoben, aber nur 1x, und das auch erst in der Mitte des Textes auf die türkischen Wurzeln verwiesen…)

  5. Bereits anhand der Fotos war zu erkennen dass alle Verdächtigen höchstwahrscheinlich keine deutsche Abstammung besitzen.
    ja und auch mir fielen die fetten Überschriften sofort ins Auge…..und es wird bei der Mehrheit hängen bleiben – Deutsche Gruppen!Vergewaltigerr

  6. Unser Strafrecht, wie jedes bürgerliche Strafrecht, erfordert den Nachweis individueller Schuld, unabhängig von der Nationalität. Politisch zählt keine rechtliche Kausalität, sondern die Ideologie für die Kampagnen-Technik. Bereits vor der Machtübertragung der Herrschaft über die Bundesrepublik- nicht Machtergreifung – , durch Kohl an das Merkel Regime waren Politik, Medien und Institutionen durch den Stasi-Apparat durchsetzt. Regierung Schmidt konnte den linken Wahnideen der Sozialdemokratisten keine Schranken setzen. Der Bolschewismus war gesellschaftlich voll etabliert, als die Regierung Merkel ihr bolschwistisches System als Regime mit staatlicher und gesellschaftlicher Macht gestaltete. Für das Verständnis der bolschewistischen Vernichtung Deutschlands, ist die Analyse der Einrichtungen der DDR erforderlich, in deren Zuständigkeit die Vernichtung Deutschlands gelegt war. Hier bestehen notwendigerweise extreme Transparenzprobleme, die sich aus der verdeckten Tätigkeit der Stasi und ihrer weltlichen und „kirchlichen“ Helfer ergab. Es war zu einem großem Teil verdeckte Untergrundarbeit bis zur Implementation von Merkel als trojanischem Pferd. In der Erforschung dieses Mechanismus wurde ein Durchbruch erzielt durch das Werk: Ralf Georg Reuth, e.a.: Das erste Leben der Angela M. Hier wird beispielhaft die Sozialisation der Merkel skizziert, eines privilegierten Instrumentes für den bolschewistischen Kampfes. Beispielhaft deshalb, weil es eine Serienproduktion des Typus Merkel genauso wie des Typus Günter Guillaume gab. Merkel und Guillaume waren besonders gelungene Ausprägungen dieser Serie. Als besondere Leistung dieser Typen fällt die disziplinierte Arbeitsweise und das Zurückstehen individuelle Konturen auf. Ihre Tugend ist die Farblosigkeit und Bescheidenheit, die Tugenden der „Schläfer“. Sie sind eins mit ihrer Funktion. Es sind Reproduktionen innerhalb eine bolschewistischen Modells des Marxismus-Leninismus, das seine Organisation und Kampfkraft durch Stalin erhalten hat. Mit der quasi industriellen Produktion von Agenten wie Merkel werden Existenzbedingungen der bürgerlich Demokratie aufgehoben. Nach Böckenförde lebt die Demokratie von Voraussetzungen, die sie nicht selber geschaffen hat. Da ist der authentische unverwechselbare Mensch, die bürgerliche Persönlichkeit, wie er in Theologie und Philosophie definiert ist: als Kreatur Gottes und nicht der Stasi: aude sapere. Es ist erstaunlich, wie über lange Zeit solche Kreaturen gebildet wurden mit der mglw. geringen Wahrscheinlichkeit, daß sie zum Einsatz kommen. Mit großer Perfektion, aber auch großen Fehlerquoten war dies das dominierende Ziel der DDR-Ideologie. Eine Reform der DDR fand statt, als die Sowjetunion die Macht von Stasi-General Mielke an Stasi-General Markus Wolf übergab. Die Fehlerquoten resultierten daraus, daß die Menschen nätürlicherweise vom Regime angewidert waren und zeigte sich in Unterdrückung, Folter und Morden, die es auch nach der offiziellen „Aufhebung der Todesstrafe“ gab. Die Vernichtung des Rechtsstaates Bundesrepublik war ein großer Erfolg der DDR, aber keiner, der die Probleme der DDR gelöst hat: die völlige systemimmanente wirtschaftliche Unfähigkeit des Sozialismus. Die Bolschwisten haben mit der Eroberung Deutschland Beute gemacht, von der sie eine Zeitlang leben können, bis die Kasse leer ist, danach stehen sie mit ihrer augeweideten Trophae da. Ein Pyrrhussieg, der die Lebensmöglichkeit von Millionen Menschen vernichtet und kein Problem löst.

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