Den Klodeckel des Tages bekommt diesmal die Firma Microsoft. Diese hat ein neues System vorgestellt, bei dem Kameras die Bewegungen des Spielers erfassen und direkt auf die Aktionen am Bildschirm übertragen. So kann man bald ohne den sogenannten Controller und wesentlich ausgereifter als bei der Wii-Konsole des Konkurrenten Nintendo durch eigene Bewegungen das Spiel steuern. Warum aber bekommt das Unternehmen den ungeliebten Preis für eine Errungenschaft, von der Computerfreaks seit Generationen träumen? Ganz einfach: Der vorgestellte Prototyp des „Natal“ Systems hat Probleme, dunkle Hautfarben zu erkennen. Sofort meldeten sich erste Afroamerikaner – früher durfte man sie mal Schwarze und ganz früher Neger nennen – und warfen Microsoft in Internetforen Rassismus vor. Und damit hat sich der Konzern seinen Klodeckel redlich verdient – nicht, wegen des absurden Rassismusvorwurfs, sondern weil man nicht alert genug war, der reflexartigen Reaktion der Dunkelhäutigen vorzubeugen. Die haben den Klodeckel übrigens erst recht verdient, denn es bewahrheitet sich mal wieder die alte Erkenntnis, dass Minderheiten, die ja so oft Intoleranz beklagen, regelmäßig die am wenigsten toleranten Gruppierungen sind.

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