Bereits mehrfach hatte ich in jüngster Vergangenheit ins Auge gefasst, dem Präsidenten der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, den Klodeckel des Tages zu verleihen. Heute bekommt er ihn nun tatsächlich. Der Chef-Lobbyist der Weißkittel, dem jedes Mittel recht ist, um seiner Mandantschaft deren Pfründe zu sichern und sie vor Wettbewerb zu bewahren, kritisierte am Samstag die Pläne der AOK, ihren gut 25 Millionen Versicherten künftig die Möglichkeit zu bieten, Ärzte im Internet zu bewerten. Was theoretisch heute schon jeder tun kann und viele tun, nämlich über Erfahrungen bei ihren Arztbesuchen in Chats und Foren zu berichten, wird mit dem „AOK-Arzt-Navigator“ demnächst formal auf der gemeinsamen Internetplattform der Ortskrankenkassen möglich sein. Der von der AOK erwartete Aufschrei war laut und keineswegs überraschend. Ähnlich heftig hatten Lehrer und Professoren auf Bewertungsplattformen reagiert, scheiterten jedoch kläglich mit ihren Versuchen, diese zu unterbinden. Es ist halt um so vieles bequemer, wenn man einfach mal machen kann, ohne die Qualität der eigenen Arbeit offen hinterfragen zu lassen. Arzt sein könnte soviel Spaß machen – wenn es die lästigen Patienten nicht gäbe, die auch noch korrekt und effizient behandelt werden wollen. Assistiert wurde Herrn Hoppe sogleich von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, deren Sprecher bereits einen „digitalen Ärztepranger“ befürchtet. Doch was ist falsch daran, Unternehmer beim Namen zu nennen, die unser Geld und Vertrauen einfach nicht verdienen? Qualität entsteht durch Auslese.

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