„Mann beißt Hund“: Wie Busfahrer zu syrischen Flüchtlingen gemacht wurden

RaminLiebe Leser,

normalerweise hören Sie von mir in meinem Blog immer sonntags. Heute melde ich mich aus gegebenem Anlass aber mal zwischendurch. Sämtliche Nachrichtenredaktionen weit über Deutschland und Europa hinaus hatten den viel beachteten Fall eines angeblich von syrischen Flüchtlingen geretteten NPD-Politikers aufgegriffen. Einige haben in diesem Zusammenhang auch über meinen Blog-Artikel vom vergangenen Sonntag berichtet, der bis heute fast 100.000 Mal aufgerufen und dabei natürlich auch infrage gestellt worden ist. Gestern nun hat der Gießener Anzeiger meine Darstellung nach eigenen Recherchen bestätigt und zugleich auf süffisante Weise kommentiert, wie es zu einer Pressemitteilung des Regierungspräsidiums Gießen kam, in der am Ende dann doch noch ein Syrer mit von der Partie war

Die Erkenntnisse des Gießener Anzeigers untermauern den Verdacht, dass der Urheber der Meldung in der Frankfurter Rundschau seine ideologische Motivation über seine journalistische Sorgfaltspflicht gestellt hat. Meine Recherche war sauber und frei von ideologischen Anwandlungen. Dabei hatte mir meine als zuverlässig einzustufende Quelle vor allem bestätigt, dass die Ersthilfe nicht von den Asylbewerbern, sondern vom Personal des Transportunternehmens geleistet worden war. Der Artikel des Gießener Anzeigers erläutert die Plausibilität der Aussage mit Verweis auf die Ersthelfer-Ausbildung sowie die vom Regierungspräsidium selbst vorgegebenen Sicherheitsstandards sehr anschaulich.

Ich empfinde keine Genugtuung. Auch Häme über einen Journalisten, der seinen Job offenbar nicht ordentlich macht, wäre unangebracht. Aber vielleicht sollten der „Rundschau“-Schreiber, die Deutsche Presse-Agentur und alle anderen Redaktionen, die die Meldung einfach übernahmen, den Vorfall zum Anlass nehmen, sich einmal ernsthaft zu hinterfragen. Sie sollten sich dabei in Erinnerung rufen, dass es nicht Aufgabe von Journalisten ist, Politik zu machen oder ihr eigenes Weltbild zu verbreiten. Wer politisch aktiv sein möchte, engagiere sich bitte offen in einer Partei – aber nicht maskiert in einer Redaktion.

 
In eigener Sache: Liebe Leser, mein aktuelles Buch „Spukschloss Deutschland“ ist im Juwelen Verlag erhältlich. Noch eindringlicher und zugespitzter zeichnet es den gespenstischen Zeitgeist auf, der uns heimsucht. „Spukschloss Deutschland“ erhalten sie ab sofort auch als Ebook.

3 Kommentare

  1. Welch ein Segen für Sie, Herr Peynami, dass Sie mit dem Potter’schen Tarnumhang des „Migrationshintergrundes“ vor den heute üblichen Verdächtigungen weitgehend gefeit sein dürften.

    Die Reaktionen, hätte ein „Urdeutscher“ Ihre Einschätzung, dass (nicht nur?) in diesem Fall Ideologie über Recherche stand, veröffentlicht, muss ich wohl kaum näher erörtern, nicht wahr? -_-

  2. Unser Online Focus heute:
    Flugzeugabsturz-Opfer: „Ein Flüchtling rettete mein Leben“
    Ich bin vielleicht gerührt!

    Wohlan…

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