Den Klodeckel des Tages teilen sich diesmal zwei deutsche Bundespolitiker: Innenminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). In eklatanter Weise hat das Kompetenzgerangel ihrer beiden Ministerien den Überraschungsangriff einer GSG9-Spezialeinheit vermasselt. Nachdem die Wahlkämpfer sich tagelang gegenseitig das Leben schwer gemacht hatten, wurde es den Amerikanern zu blöd. Sie zogen Ihr Angebot, einen Hubschrauberträger für die Operation zur Verfügung zu stellen, entnervt zurück. Damit war die Aktion zur Befreiung eines deutschen Schiffes aus der Hand somalischer Terroristen gestorben. Unter dem Strich bleibt neben dem Verlust des internationalen Ansehens und der Zurschaustellung politischer Handlungsunfähigkeit die Wut über die Verschwendung etlicher Steuermillionen für den Eliteeinsatz, der in letzter Minute abgesagt werden musste, weil die Piraten Wind bekommen hatten. Früher gab es Politiker vom Schlag eines Helmut Schmidt. Den GSG9-Einsatz in Mogadischu nahm der damalige Bundeskanzler auf seine Kappe. Das Rücktrittsschreiben für den Fall eines Scheiterns trug er bereits in der Tasche, als er den Einsatzbefehl gab. So sieht Politik mit Rückgrat aus.

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