Der Fernsehsender RTL gewinnt den Klodeckel des Tages für den Mega-Flop seines „Townhall Meetings“ mit Kanzlerin Angela Merkel. Nach dem Motto „Bürger fragen, Politiker antworten“ wollte man am Sonntag der Regierungschefin im Superwahljahr auf den Zahn fühlen. Was herauskam, war öde, belanglos und vor allem wenig politisch. Die Kuschelfragestunde, in der die Bundeskanzlerin schnell ihre Chance witterte, ins banal-triviale abzutauchen, geriet zur höchst langweiligen Farce, die nur wenige Zuschauer sehen wollten. Anstatt Angela Merkel angesichts des alles andere als zufriedenstellenden Zustands der Republik in die Mangel zu nehmen und eindeutige Aussagen einzufordern, begnügte sich Moderator Peter Klöppel mit politischen Luftblasen und seichten Abstechern in private Anekdötchen. Offenbar hatte die Mehrheit der Zuschauer genau dies bereits vorher vermutet und schaltete gar nicht erst ein. Gerade mal gut 1,5 Mio. Menschen wollten sich den Auftritt der Kanzlerin antun und erlebten eine „politische Mutter Beimer“, wie es die Süddeutsche Zeitung formulierte. Mehr als ein bisschen Wohlfühlfaktor war nicht drin – von einer Kanzlerin sollten wir in der Krise viel mehr erwarten. Doch wo kein Kläger, da kein Richter – die Schuld für die laue „Bürgerfragestunde“ trägt RTL.

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