Über Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi hatte ich mich mehr als einmal ausgelassen. Der umtriebige Skandalpolitiker, den die Italiener trotz mehrfach nachgewiesener krimineller Verwicklungen, seiner großen Nähe zur Mafia und regelmäßiger Taktlosigkeiten lieben, ist jedoch heute nicht der „Würdenträger“. Vielmehr bekommt sein Ex-Anwalt David Mills den Klodeckel dafür, dass er durch vorsätzliche Falschaussagen dem Ministerpräsidenten eine Verurteilung in einem Korruptionsprozess ersparte. Bereits im Februar dieses Jahres war der britische Anwalt zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt worden, am Dienstag wurde nun die Urteilsbegründung bekannt. Mills habe gelogen, um Strafe von Silvio Berlusconi und einer dessen zahlreichen Firmen abzuwenden. Dass sich Mills mit nur 600.000 Dollar abspeisen ließ, zeugt von mangelndem Verhandlungsgeschick. Nun ist nicht nur das Geld weg, sondern er muss auch noch eine Weile hinter Gitter. Sein Trost: Wenn er wieder frei ist, erwartet ihn die lebenslange Dankbarkeit des Machthabers. Ein gut bezahlter Job in einer der zahlreichen Geldwäsche- oder Scheinfirmen dürfte dann das Mindeste sein. Berlusconi hat sich übrigens im vergangenen Jahr per Gesetz bis 2013 vor jeglichem Zugriff der Justiz schützen lassen. Es gibt mit Sicherheit kein europäisches Staatsoberhaupt, das unanständiger, skrupelloser und krimineller agiert als der „Bonsai-Duce“.

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