Der bisherige ZDF-„Kuscheltalker“ und zukünftige Mitarbeiter des Präkariatssenders SAT.1, Johannes B. Kerner, ist der Empfänger des Klodeckels des heutigen Tages. Schon oft hat er uns mit geradezu peinlichen Anbiederungsinterviews genervt, seine Talkgäste dürfen sich stets sicher sein, dass JBK den Wohlfühlfaktor hoch hält. Der journalistische Anspruch steht dahinter wie selbstverständlich zurück. Ärgerlicher als all das war aber am Mittwoch der Besuch des verzweifelt nach der Kanzlerschaft strebenden Frank-Walter Steinmeier, der in Begleitung seiner Frau und mit großer PR-Unterstützung des ZDF auf Wahlkampftour weilte. Was Kerner dabei als willfähriger Stichwortgeber ablieferte, wie die JBK-Redaktion mit halb privaten Einspielern den gleichsam souveränen Staatsmann und perfekten Familienvater feierte, wie man mit einem Zusammenschnitt von Sympathiebekundungen für Steinmeier vom „Mann auf der Straße“ die Werbetrommel für den derzeitigen Außenminister rührte, all das war für den halbwegs neutralen Fernsehzuschauer nur sehr schwer zu ertragen. Es ist schon ungeheuerlich, wie unsere Parteien und ihre Vertreter selbst die vom Wähler per GEZ- Zwangsabgabe bezahlte Bühne für ihre Selbstinszenierung missbrauchen und auch noch in kritikunfähigen Weichspülern wie Johannes B. Kerner willenlose Helfer finden.

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