Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy ist der Empfänger des heutigen Klodeckels. Der winzig kleine, dafür jedoch umso egozentrischere Politiker, der peinlich genau darauf achtet, auf jedem Foto auf einem höheren Treppenabsatz als sein Gegenüber, zumindest aber auf den Zehenspitzen zu stehen, macht mal wieder von sich reden. Dabei kommt der uns so oft zum Schmunzeln anregende Doppelgänger des köstlichen Louis de Funès aber weniger lustig daher. Im Eilverfahren ließ er das französische Parlament beschließen, dass er als erster Staatspräsident seit 1848 vor den Abgeordneten sprechen dürfe. Seit 1873 war es gar per Verfassung den Präsidenten der „Grande Nation“ formal untersagt, im Parlament als Redner aufzutreten. Doch Sarkozy interessiert sich für Verfassungsfragen ebenso wenig, wie sein albernes Pendant aus Italien. Wütende Proteste der per Dekret zur Rede des Präsidenten ins Abgeordnetenhaus einbestellten Parlamentarier waren die Folge. Einige Fraktionen blieben demonstrativ fern. Sarkozy kümmerte dies wenig und er nutzte die Gelegenheit, sogleich die dem Premierminister zustehende Richtlinienkompetenz nach innen an sich zu reißen. Sein Auftritt mag als eine Petitesse erscheinen, doch französische Kommentatoren sprechen von einem „kalten Staatsstreich“. Zahlreiche Politiker empören sich über die „Sitzung der Ego- Präsidentschaft“ und kritisieren das „monarchistische Schauspiel“. Wir warten gespannt auf die Abschaffung des französischen Parlaments.
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