Die Formel 1 hat nicht nur hierzulande immer noch viele Fans. Sie wird beherrscht von zwei Männern, von denen einer über die Teams wacht, der andere über die Regeln. Bei Letzterem handelt es sich um Max Mosley und stets geht es dabei um Macht, Ego und Geld. Genau deswegen konnte sich der mächtige Herr Mosley, Präsident des Weltmotorsportverbandes FIA bislang trotz zahlreicher Fehltritte und eines handfesten Sexskandals im Amt halten. Verbände sind da nicht anders als Parteien: Hat man es erst einmal an die Spitze geschafft, kann einen so schnell nichts mehr richtig erschüttern. Klassisches Beispiel hierfür ist der Weltfußballverband FIFA, aber dies ist ein anderes Thema. Die monatelangen Machtspiele des Herrn Mosley haben der Formel 1 geschadet und dazu geführt, dass nach einer Fülle von extremen und äußerst kurzfristigen Regeländerungen Chaos ausgebrochen ist. Der an sich lobenswerte Versuch, die große Dominanz einiger weniger Teams zu brechen, hat zwar die Hierarchie durcheinander gewirbelt, jedoch das grundsätzliche Problem nicht gelöst. Eine strikte Budgetbegrenzung schon ab der kommenden Saison sollte mehr Chancengleichheit bringen, doch die ist nun vom Tisch. Mosley wird im Herbst sein Amt als FIA-Präsident abgeben. Verlierer sind alle: Max Mosley, die Formel 1 und die Zuschauer, die auf Spannung hoffen. Künftig werden die Sieger wieder Ferrari, Mercedes und BMW heißen – ganz so, wie es sich die mächtigen Konzerne wünschen. Den Klodeckel bekommt die Formel-1-Mafia der Automobilhersteller dafür gratis.

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