Straftäter statt Aktivisten: Das fehlende Unrechtsbewusstsein von Greenpeace & Co.

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Photo by HowardLake

Der Schneeferner auf der Zugspitze ist einer der am schnellsten abschmelzenden Gletscher. Daran gibt es keinen Zweifel. Bestreiten wird auch kein normal denkender Mensch, dass die Erde in ihren 4,6 Milliarden Jahren immer wieder Klimaänderungen erlebt hat, die sich – gemessen am unvorstellbaren Alter unseres Planeten – teilweise rasant vollziehen. Strittig ist, welche Faktoren hauptverantwortlich dafür sind. Mit wahnsinnigem finanziellen und ideologischen Aufwand ist es einer billionenschweren Industrie gelungen, die Hauptschuld dem Menschen zuzuschieben und dieses Narrativ zu verankern. Unzählige sektenhaft auftretende Organisationen haben unsere Spezies mit Erfolg zum größten Feind der Umwelt erklärt. Nahezu die gesamte Politik weltweit haben sie über die Besetzung aller wichtigen Schaltstellen, zu denen nicht zuletzt die Medien gehören, in Geiselhaft genommen. Wer das hohe Lied vom menschengemachten Klimawandel nicht inbrünstig mitsingt, ist weg vom Fenster. Dafür sorgen sogenannte Nichtregierungsorganisationen, deren Ziel darin besteht, ihre Klimareligion allen anderen aufzuzwingen. Doch nicht nur die Politik leidet am Stockholm-Syndrom, das sie zu Verbündeten ihrer Peiniger macht. Jeder, der irgendein Amt zu verlieren hat, seine Pfründe in Gefahr sieht oder einfach Angst vor dem eigenen Reputationsverlust verspürt, unterwirft sich. Die Sekten sind erbarmungslos und schrecken auch vor kriminellem Handeln nicht zurück. Die Mittel der Wahl sind dabei allzu oft Landfriedensbruch und Sachbeschädigung, doch auch Personenschäden scheint zumindest ein Teil der Umwelt- und Klimakämpfer zur Durchsetzung der eigenen Ziele nicht ausschließen zu wollen.

Volkswagen will auf eine Strafanzeige verzichten und somit offenbar auch auf die Beitreibung der entstandenen Kosten

Der VW-Konzern ist das jüngste Opfer krimineller NGO-Aktivitäten. Ihm wurden vom firmeneigenen Verladegelände in Emden die Autoschlüssel aller dort abgestellten Fahrzeuge geklaut. Die geschätzt bis zu 1.200 Schlüssel fanden danach auf der Zugspitze ein neues Zuhause. Die Garmischer Polizei wertet das Treiben von ungefähr zehn Greenpeace-Tätern als unerlaubte Versammlung, die gegen die geltenden Corona-Regeln verstoßen habe. In Emden wird wegen Hausfriedensbruchs und schweren Diebstahls ermittelt. VW will allerdings auf eine Strafanzeige verzichten und somit offenbar auch auf die Beitreibung der entstandenen Kosten. Der Polizei in Emden zufolge liegt allein der Sachschaden für den Automobilhersteller im sechsstelligen Bereich. Ausgesprochen peinlich ist, wie sich VW-Chef Herbert Diess per Twitter bei den Straftätern anbiederte: „Gerne Zugspitze, heute schaffe ich aber nicht mehr – möchte nicht den Flieger nutzen. Demnächst bei gutem Wetter?“, erwiderte er auf die Erpressung der Greenpeace-Täter, er könne die Schlüssel auf der Zugspitze abholen, wenn er sich dort einer „Diskussion“ stelle. Dass sich Deutschlands größter Autokonzern den Rechtsbrechern nicht nur unterwirft, sondern den Straftaten auch noch einen würdigen Rahmen zu geben bemüht ist, dürfte den bisherigen Tiefpunkt im speichelleckenden Gehorsam der vermeintlichen Wirtschaftselite vor den klimapolitischen Kreuzrittern markieren. Es ist verständlich, dass der seit Jahren gehetzte Konzern inzwischen Manschetten vor den Henkern des Umweltregimes hat, doch der aktuelle Fall hätte für einen Befreiungsschlag getaugt. Ob man mit Unterwürfigkeit bei potentiellen Käufern punkten kann?

In den sozialen Netzwerken betonten erschreckend viele Sympathisanten, der gute Zweck heilige die kriminellen Mittel

Greenpeace sah sich anschließend übrigens jeder Menge Kritik aus den eigenen Reihen ausgesetzt. Selbst jenen, die den vielen Rattenfängern der Umwelt- und Klimabewegung bereitwillig auf den Leim gehen, sind derlei kriminelle Aktionen zu viel des Schlechten. Unverständnis und Wut machten sich in den sozialen Netzwerken breit, wo allerdings erschreckend viele Sympathisanten betonten, der Zweck heilige die Mittel. Zahlreiche Kommentatoren ließen aber ihrer Empörung freien Lauf. „Ihr unterstützt also ganz offen und unverhohlen Kriminalität? Gut zu wissen“, hieß es dort. Ein anderer Nutzer stellte klar: „Es heißt ‚Straftäter‘, nicht ‚Aktivisten‘. Was glauben Sie, wer Sie sind, sich einfach so über die Gesetze zu stellen?“ Lakonisch brachte es ein weiterer Nutzer auf den Punkt: „Was ihr da macht, ist und bleibt kriminell.“ Dass den selbsterklärten Rettern der Welt jedes Unrechtsbewusstsein zu fehlen scheint, erkennt nun auch WELT-Chefredakteur Ulf Poschardt, der fordert: „Es wird Zeit, dass sich der Rechtsstaat positioniert.“ Nicht unter den Tisch fallen sollte, dass deren Mutterschiff von den Grünen nicht einmal den Anstand besaß, die strafbaren Handlungen zu verurteilen. Zu kriminellen Aktivitäten zu schweigen, weil man die Urheber als Verbündete bei der Machtübernahme braucht, sagt viel über das eigene Rechtsstaatsverständnis. Wer grün wählt, gibt damit auch den Straftätern von Greenpeace seine Stimme. VW kann von mir aus kuschen, das muss der Konzern vor allem seinen Aktionären und Kunden erklären, die letztlich die Rechnung bezahlen. Eines ist für mich seit dem Wochenende aber klar: Ein Fahrzeug von Volkswagen kommt mir nie wieder ins Haus.

 

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16 Kommentare

  1. Recht ist, was meinen Zielen nutzt. Diese Einstellung aus unseliger Zeit scheint sich wieder breit zu machen. Dass auch Vertreter der Wirtschaft, die auf verlässliche rechtliche Rahmenbedingungen großen Wert liegt, hier einknicken, ist bedauerlich. Aber Klima ist d a s Thema, das alles und alle beherrscht. Selbst die Kirchen kommen nicht mehr ohne das Thema aus. Das Klima ist zur Glaubensfrage geworden. Zweifel am CO2 als einzige Ursache sind nicht erlaubt und rufen – wie im Mittelalter – die Inquisition auf den Plan. Dabei hat es, wie im Artikel ausgeführt, Klimaveränderungen schon immer gegeben. Sie vollziehen sich über sehr lange Zeiträume und Temperaturschwankungen lediglich über mehrere Jahrzehnte zu beobachten, wobei die Exaktheit der Messungen vor 50 Jahren in Frage zu stellen ist, ist einfach albern. Neulich war zu lesen, dass Australien Bohrungen in der Antarktis durchführen wird, die tiefer gehen als die Bohrungen von Russland in der Arktis, weil man anhand von Eisbohrkernen etwas über eine bestimmte Eiszeit herausfinden will. Solche Unternehmungen sind geeignet, echte Aussagen über Klimaveränderungen zu treffen. Aber gegen einen inzwischen gefestigten Glauben kommen erfahrungsgemäß verstandesmäßige Überlegungen nicht an.

  2. Unglaublich wie die Angestellten des Konzerns kuschen. Widerlich diese Anbiederung. Ich fahre einen Audi, definitiv das letzte Auto das ich von VW / Audi gekauft habe. Wer sich gemein mit Kriminellen macht, dessen Produkte stehen nicht mehr auf meiner Einkaufsliste.

  3. Es handelt sich um eine Religion mit Allmachtsanspruch. Wer möchte gegen die Allmächtigen sich die Finger verbrennen? Die feigen und opportunistischen Konzernmanager gewiss nicht. Sie sind keine Unternehmer, deren Vermögen gerade durch die Klima-Sekte vernichtet wird. Sie sind bloß gut bezahlte Angestellte. Der Bückling vor den Irren von Greenpeace führt zu keinerlei Schmälerung ihrer Bezüge und sie bekommen keinen Ärger von der Antifa oder anderen „zivilgesellschaftlichen“ Progromtrupps.

  4. So ist es, Herr Peymani. Einst haben die Bosse in der Automobilindustrie erfolgreich Politik mit gestaltet. Heute haben sie das Rückgrat einer toten Ostseequalle. Einer vorlauten Göre wird ein Aufsichtsratsposten bei Audi angeboten und jetzt das. Vernunft hat derzeit keine Konjunktur.

  5. Ich habe 20 Jahre meines Berufslebens in einem Autohaus, einem Vertragspartner von VW, gearbeitet. Auch, wenn das nun schon einige Jährchen zurück liegt und das Verhältnis Händler/Konzern nicht immer das beste war (für mich untrennbar mit der Person Ferdinand Piech verbunden), so haben mich diese 2 Jahrzehnte doch geprägt – und allen Ärgernissen zum Trotz verspüre ich immer noch eine Bindung.

    Allerdings: wenn eine derart läppische Konzern“führung“ sich in solcher Weise zum Deppen macht und der Laden irgendwann einmal untergeht, dann komme ich nicht um die Feststellung herum, daß dies dann ein redlich verdientes Schicksal wäre.

  6. Eine Frage, ab wann werden sich die Grünen *innen und FFF *innen endlich als Ruderer *innen für den Warentransport auf den Weltmeeren bewerben, um den Stickstoffausstoß der Containerschiffe zu Nullen?
    Fairtrade durch Greenpeace im Verbund mit FFF im Auftrag der Grün *innen oder so.

    Die CO² -Bilanz der Ruderer +innen lässt sich zudem durch das Tragen von Atemmasken mit Aktivkohlefilter reduzieren, was auch beim CO² Emissionshandel sicherlich enorm punkten würde.

    Weiß da jemand was, ob von den Klimatisten schon jemand in den Startlöchern steht?
    Zumal bald Sommerferien sind!

    Grüßchen

  7. Ich glaube, dass da im Hintergrund auch sehr viel Geld im Spiel ist. Trotzdem ist es erschütternd, wie wenig die Leute an Fakten und Wahrheiten interessiert sind.

  8. Was bei den Hexenjägern noch hinzukommt: Sie haben Zeit und Muße, es zu tun. Beziehungsweise, sie werden dafür bezahlt und MÜSSEN es tun. 1,15 Mrd. € offiziell für „Kampf gegen rächts“ – was tun diese NGOs wohl? Im besten Falle Sesselpupsen im Büro; im schlechtesten und wahrscheinlichsten Falle die eigenen Mitbürger beschimpfen und diffamieren, von denen sie finanziert werden.

  9. Hallo Herr Peymani,
    wer versucht, über das offizielle Kontaktformular von VW gerade eine Mail abzusetzen, hat Pech: bereits nach Eingeben des Textes geht es nicht mehr weiter. Wie mir ein Kundiger bei VW mitteilte, ist dies kein Zufall, der Aufsichtsrat läßt sich nämlich immer die Zahl und auch das Thema von Protestschreiben mitteilen. Besser also is, wenn erst garnichts ankommt. Und wie man so hört, geht dem Backpfeifengesicht Diess sowieso schon der Arsch für die nicht enden wollende Kette an Pannen auf Grundeis. Hier kann man seinen Abflug beschleunigen:
    kundenbetreuung@volkswagen.de

  10. Wenn diesem Links/Grünen Terrorismus nicht bald Einhalt geboten wird, ist es um Deutschland geschehen.
    Traurig, was sich hier ein Konzernvorstand gefallen lässt, die Frage wo Straffreiheit für Verbrechen hinführt können sich die „schlauen“ Herren offensichtlich nicht beantworten. Wenn diese „schlauen“ Herren den Schaden nicht strafrechtlich verfolgen wollen, dann sollten sie ihn auch aus ihrer eigenen Tasche bezahlen.

  11. Das Manifest für solche Taten hat Andreas Malm geliefert („Wie man eine Pipeline in die Luft jagt – Kämpfen lernen in einer Welt in Flammen“, 2020). Er beruft sich unter anderem auf den Erfolg der Suffragetten, welche auch Brandanschläge durchgeführt haben:

    https://parabellum.minimalstaat.de/content/sabotage-von-windkraftanlagen#comment-290

    Allerdings gehe ich davon aus, dass die Gegner der Energiewende mit dieser Taktik die besseren Karten haben.

    Übrigens kann der Klimawandel menschengemacht sein und zugleich ist niemand für ihn verantwortlich:
    https://parabellum.minimalstaat.de/content/klimaethik

  12. Ein Fake. VW investiert 40 Milliarden in E-Autos. Sie müssen (!) Erfolg damit haben. Daher haben sie sich mit Greenpeace verbündet.

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