Links gegen links: Wenn das polit-mediale Narrativ ins Wanken gerät

gewalt photo
Republica / pixabay

Am 1. Mai wurde ein Kamerateam bei Dreharbeiten in Berlin von mindestens einem halben Dutzend Vermummter angegriffen. Der Mob hatte sich in einen wahren Blutrausch gesteigert und trat sogar noch auf die wehrlos am Boden liegenden Verletzten ein, um einen maximalen körperlichen Schaden sicherzustellen. Allein dies ließ erahnen, welchem Spektrum die Täter zuzuordnen waren. Und so fiel die Berichterstattung auch auffällig wortkarg aus. Die Reaktionen der Politik muteten ebenfalls eher zurückhaltend an. Neben einigen Sonntagsreden und ein paar Allgemeinplätzen beließ man es beim Appell, die Pressefreiheit zu verteidigen. Keine Rufe nach schärferen Gesetzen, keine Aufforderung an die „Zivilgesellschaft“, sich den Feinden der Demokratie entschlossen entgegenzustellen, keine Sondersendungen, keine Mahnwachen, keine Lichterketten – nicht einmal virtuell. Denn allen war klar, das es sich nur um die Tat linksextremer Totschläger handeln konnte, die nach Polizeiangaben unter anderem mit einer Metallstange bewaffnet waren. Der Staatsschutz ermittelt. Immerhin. Aber die sechs Festgenommenen wurden bereits wieder auf freien Fuß gesetzt. Haftbefehle wurden nicht erlassen. Am Ende wird es ausgehen wie so oft: Ohne polit-medialen Druck werden die Täter, wenn man sie denn überhaupt jemals wird überführen können, glimpflich davon kommen. Da kann der Bundesinnenminister noch so sehr fordern, jeder müsse „die Kraft unseres Rechtsstaates zu spüren bekommen“, der Journalisten angreife. Er weiß genauso gut wie alle anderen Verantwortlichen, dass für Linksextreme manches anders ist.

Nicht etwa die Rechten schlugen zu, sondern die Linken – ein bekanntes, und doch polit-medial gerne verschleiertes Phänomen

Das brutal attackierte Kamerateam war übrigens für die „heute-show“ des ZDF unterwegs, und dies in Begleitung dreier Sicherheitskräfte, die aber chancenlos gegen die mit sogenannten Totschläger-Waffen angreifenden Kriminellen waren. Das Vorhaben des linkspopulistischen ZDF-Magazins, das Woche für Woche für Schenkelklopfer in der linken und extremen linken Szene sorgt, war es, rechte Demonstranten mit der Kamera einzufangen, um sie möglichst stupide aussehen zu lassen und mit dem passenden Zusammenschnitt in der Sendung am 8. Mai der Lächerlichkeit preiszugeben. Eben dies ist – kurz gesagt – das Konzept der „heute-show“. Angebliche Verschwörungstheoretiker und „Corona-Leugner“ wollte die Crew aufspüren, als sie sich unter die Demonstranten mischte. Doch sie traf auf die Falschen. Nicht etwa die Rechten schlugen zu, sondern die Linken. Es ist ein bekanntes, und doch polit-medial gerne verschleiertes Phänomen: Die tatsächliche körperliche Gewalt geht in der Regel von links aus, während es Rechtsextreme zumeist bei Pöbeleien und Einschüchterungen belassen. Sie blähen die Kriminalitätsstatistik vor allem deswegen auf, weil rechtsextreme Symbole verboten sind, linksextreme aber nicht. Natürlich sind rechtsterroristische Anschläge dokumentiert, doch fallen sie im Grad der wahrgenommenen Schwere nicht zuletzt deswegen so dramatisch aus, weil sie wochenlang aufbereitet und bis in den letzten Winkel ausgeleuchtet werden. Linksextreme Gewalttaten, die weitaus häufiger registriert werden, spielen sich durch die Art der Berichterstattung hingegen regelmäßig unterhalb der Wahrnehmungsschwelle ab.

Niemand kann sich darüber freuen, wenn Journalisten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, weil sie Angst um ihr Leben haben

Es ist Ironie des Schicksals, dass ein Kamerteam ausgerechnet auf der Jagd nach Rechtspopulisten an linksextreme Totschläger geraten ist, die laut Produktionsfirma mit einer Brutalität vorgegangen sind, „mit der man in Kauf genommen hat, dass es ein Mensch nicht überlebt“. Dass Deutschlands Journalistenkollektiv am Wochenende, an dem weltweit der „Tag der Pressefreiheit“ gefeiert wurde, nicht mehr einfiel als das leidliche Erfüllen der Chronistenpflicht, ist indessen ein Armutszeugnis. Schadenfreude verbietet sich allerdings. Niemand kann sich darüber freuen, wenn Journalisten ihrer Arbeit nicht mehr nachgehen können, weil sie Angst um ihr Leben haben. Die Demokratie braucht den Journalismus so sehr wie der Mensch die Luft zum Atmen. Doch sie braucht vor allem einen freien Journalismus, der unparteiisch ist und sich nicht mit Ideologien gemein macht. Sie braucht einen Journalismus, der berichtet, was er sieht, und nicht, was er sehen möchte. Demokratie braucht Journalisten, die sich mit den Regierenden anlegen statt ihnen zu schmeicheln, die sich zum Anwalt aller Regierten machen, nicht nur derer, deren politische Neigung sie teilen. Der feige Angriff Linker auf das Team eines linken Fernsehmagazins sollte allen klarmachen, dass der größte Feind für die Demokratie dort steht, wo die Täter jeden ins Visier nehmen, den sie nicht in den eigenen Reihen vermuten. Der Hoffnung, dass Medien und Politik dies endlich begreifen und dem Linksextremismus in gleicher Weise den Kampf ansagen, wie dessen rechten Pendant, sollte sich aber auch nach der Gewalttat von Berlin niemand hingeben.

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20 Kommentare

  1. So lange das ZDF linke Terroristen als Aktivisten bezeichnet, alles was Linksgrün ist schönredet (Slomka, Kleber und Konsorten) freue ich mich über den Vorfall. Nur am eigenen Leib kann man diese Erfahrung machen. Vielleicht findet dann ein Umdenken statt in diesem Meinungsbetreuten Sender.

    1. Hat nicht der Hindukusch Joschka die Tage gesagt,: „Die Deutschen mögen ihren intuitiven Pazifismus überdenken.“? Faschismus wird dort erkennbar, wo Argumente auf Gewalt treffen. Leider wird es vermehrt dazu kommen.
      Frederico Silione (glaube ich) sprach dereinst.
      Der Faschismus wird wiederkommen.
      Aber er wird nicht sagen, grüß Gott ich bin der Faschismus.
      Sondern ich bin der Antifaschismus.
      Lg. Hans

  2. Natürlich ist Gewalt, egal gegen und durch wen, als Mittel im politischen Meinungskampf klar abzulehnen. Der Verweis auf die Pressefreiheit ist jedoch meines Erachtens in zweifacher Hinsicht etwas schief. Zum einen ist das, was das Team der Heute Show fabriziert, beim besten willen kein Journalismus, sondern selbst nach eigener Definition Satire. Zum anderen kann es bei Pressefreiheit doch immer nur um den Schutz der Presse vor staatlichen Eingriffen, nicht aber vor dem prügelnden Mob gehen. Hier ist die durch das Rechtsstaatsprinzip garantiere Pflicht des Staates zur konsequenten Verfolgung von Straftaten gefordert.

  3. Ich frage mich gerade, ob sich die Prügelopfer klammheimlich oder gar offen ihre Hände rieben, als es AfD Mitglieder waren, die von derselben Verbrecherbande mit Kanthölzern attackiert oder deren Häuser mit Fäkalien besudelt wurden. Vielleicht haben diese ZDF Leute nun sehr schmerzhaft eine Lektion lernen müssen und sehen „Aktivisten“ künftig mit anderen Augen. Obwohl ich es bezweifle.
    Dennoch wünsche ich ihnen gute Besserung. Kanthölzer, Nazikeulen und Eisenstangen dürfen Argumente nicht ersetzen!

  4. „Je weiter eine Gesellschaft von der Wahrheit abdriftet,
    desto mehr wird sie jene hassen, die sie aussprechen.“
    George Orwell

  5. Vermutlich ist die Situation durch ein Kommunikationsproblem völlig aus dem Ruder gelaufen. Geplant war wohl, dass die vom Fernsehteam beauftragte linken Aktivisten unter Gegröle rechter Parolen und Hakenkreuzschmierereien einen Überfall auf eben dieses Fernsehteam verüben. Die ganze Aktion sollte dann als Gewaltakt rechter Terroristen vermarktet werden.

    1. So schwarz der Humor in dieser Kommentierung auch sein mag, eine exakt seinem Inhalt entsprechende Wahrscheinlichkeitsabwägung habe ich dennoch vorgenommen. Worüber ich vor 30 Jahren noch unbarmherzig lachen konnte, wird im Herbst meines Lebens immer größerer Faktor meiner Hintergrundbetrachtungen

    2. Der Animateur vom Verfassungsschutz war noch nicht da. Als er dann da war, war es zu spät und die haben sich aus dem Staub gemacht. Den vorbereiteten Perso haben sie natürlich wieder mitgenommen.

  6. Journalisten sind rare Diamanten, unter Blogs eher zu finden als in comerziellen Medien und ÖRR. Medienhuren, Journalisten mit zwei Zuhältern ( Marxismus und Regierungs Anbiederung und beides gleichzeitig) finden sich dagegen reichlich. Justizia ist auf beiden Augen blind, der Mainstream Journalismus nur auf dem linken Auge. Ideologie Schreiber trifft brutale Schläger-Realität und mein Bedauern hält sich in Grenzen. Einen Medien Aufschrei gegen Zensur Gesetze hat es auch nicht gegeben, also hält sich auch die Hoffnung für einen besseren Journalismus in Grenzen.

  7. 4 Tage später… das Thema ist gegessen, weg, Schnee von gestern. Erwischt hat man zwischenzeitlich anscheinend auch niemand. Mal sehen, wie oft das Thema überhaupt noch am Rande erwähnt werden wird. Manchmal ist Schweigen vielsagender als Worte.

  8. „Schadenfreude verbietet sich allerdings.“ Nein, Herr Peymani, wenn es auch primitiv anmutet, aber für mich war es ein innerliches Gabelfrühstück, daß diesen Leuten – Journalisten sind solch ein ehr- und gewissenloses Geschmeiss nach meinem Verständnis nicht – pikanterweise von ihrer eigenen Verwandtschaft das Fell gegerbt wurde. Gespannt darf man sein, welche Blödheiten der Hauptakteur am 8. d. M. zur Sache von sich geben wird. Es würde mich nicht wundern, wenn genau auch hier eher das Schweigen im Walde herrscht, das die anderen Mainstreamer vormachen. Lückenpresse oder Lückenfernsehen sind in Merkelland ein und der selbe unerträgliche Klumpatsch. Totschweigen was man nicht totschlagen kann.

    1. Was die Bezeichnung dieser Leute vor allem Alkarim angeht, stimme ich mit Ihnen überein. Alkarim ist ein Komiker oder Kabarettist, der im öffentlich-rechtlichen Sender ZDF arbeitet.

  9. „…eine der polizeilich bekannten Personen sei seit 2015 als „Gewalttäter“ aus dem linken Spektrum bekannt“ barmt die Propagandatröte ZDF.
    https://www.zdf.de/nachrichten/panorama/abdelkarim-angriff-team-heute-show-100.html
    „Was vor dem Angriff vorgefallen sei, könne er nicht sagen“, klärt uns ein Polizeisprecher auf.
    Laut Zeugenaussagen seien sie mit Fahrrädern und einem Auto unterwegs gewesen, sagte der Sprecher. Die Bundespolizisten hätten sofort Fahndungsmaßnahmen eingeleitet und die Berliner Polizei informiert. Das Fahrzeug und seine Insassen seien später aufgefunden worden.
    https://www.morgenpost.de/vermischtes/article229029391/Heute-show-Angriff-ZDF-Polizei-Zeugen-in-Berlin-Details-Taeter.html
    Mit Fahrrädern und Auto auf der den zahlreichen Plakaten nach rein linken Demo. Soso.
    “Ich hoffe, ich störe jetzt nicht die polizeilichen Ermittlungen, aber hier eine kleine Klarstellung, weil es wirklich Menschen gibt, die das glauben: Der Angriff war nicht inszeniert”. Sagt der Blödler Abdelkarim den Wahrheitshütern vom Redaktionsnetzwerk. Huch! Wer denkt denn so was? Hat es doch noch nie gegeben. Nie nich!
    https://www.rnd.de/medien/kabarettist-abdelkarim-von-heute-show-der-angriff-war-nicht-inszeniert-FAJ4DPYQLRH6PENTFU3BOCJAU4.html
    Da begeben sich also- wie sich später herausstellt- polizeibekannte Linke mit Fahrrädern und Auto inmitten einer linken Demo schnurstracks zu den von Personenschützern umgebenen ZDFlern, machen sie blitzschnell nieder und sind sofort wieder weg. Fehlt nur noch, daß zufällig ein AfD-Parteiausweis gefunden wurde…
    Wonach sowas riecht? Rrrrichtig. Sowas riecht streng nach in die Hose gegangener false flag-Operation, ein sehr gezieltes und keineswegs spontanes Vorgehen springt dabei ins Auge.
    Wie heute der ‚Lügel‘ berichtet, ist es erneut zu einem Zwischenfall gekommen:
    https://www.spiegel.de/panorama/justiz/coronavirus-in-berlin-angriff-auf-ard-kamerateam-verdaechtiger-freigelassen-a-14b83a8a-48f5-4736-a2c8-54162fe4786e

    Wer öfters auf Indymedia o.ä. schmökert, dem fällt seit geraumer Zeit eine zunehmende Radikalisierung der linken Szene auf, insbesondere ist man mittlerweile recht ungnädig bezüglich der Staatsmedien, obwohl sich diese seit langem offen als Sympatisanten outen. Sie sind aber Teil des „kapitalistischen Schweinesystems“, auch wenn dieses sich noch so links gebärdet, Bolschewiken gegen Menschewiken irgendwie. Die Staatsmedien werden nur noch als Feind betrachtet. Das war früher anders: Linke Randalettis gefielen sich geradezu darin, vor Kameras zu posieren; ich denke da an die plündernden Horden in HH anläßlich der G 20-Randale, die triumphierend und oft unvermummt ihre Beute zur Schau stellten. Imho liegt der Kipp-Punkt bei G 20. In den nachfolgenden Monaten hat die Polizei mit modernsten Methoden akribisch sämtliche zur Verfügung stehenden Filmaufnahmen ausgewertet und etliche Intensivtäter so noch zur Strecke gebracht. Darin liegt der Hauptgrund, warum heute Kamerateams auf linken Demos -sagen wir- „ungern“ gesehen werden und ihnen zunehmend Feindseligkeit entgegen schlägt. Es hat einen Grund, weshalb die ZDF-Propaganda-Klamaukbrüder Personenschützer dabei hatten.

    Ich möchte eine gewisse Schadenfreude nicht verhehlen und unseren „Aktivisten“ ein fröhliches weiter so zurufen. Mit Journalismus oder gar Berichterstattung hat das dreiste Treiben der GEZ-Kriminellen schon lange nichts mehr zu tun. Vielleicht dämmerts aber dem einen oder anderen: Die Geister, die ich rief…

  10. Wer aufgrund der zuletzt kaum wahrnehmbaren Aktionen der gewaltbereiten, extremistischen Linken deren Existenz oder Gefahr anzweifelte, mag sich irrtümlicherweise von der medialen Fokussierung auf deren rechte Antagonisten täuschen lassen. Bei detaillierter Analyse der hier vorliegenden Straftat wird schnell klar, dass es sich hierbei keinesfalls um das emotional bedingte Kurzschlussresultat einer gemäßigten Gruppierung handelt. Die Täter haben mit ihrer Attacke bewusst bis zum Erreichen eines für sie ungefährlicheren Tatorts gewartet. Der Kommentar der örtlichen Polizeibehörde, dass ihnen einige der gefassten Täter bereits aus der linken Szene bekannt wären, gibt zugleich einen weiteren Hinweis über deren Umfeld. Betrachtet man sämtliche Aufnahmen der in Handschellen gelegten Täter und Videoaufnahmen vom Rosa-Luxemburg-Platz am 1. Mai, ergeben sich deutliche Hinweise darauf, dass die Gruppierung „Jugendwiderstand“ für die Tat verantwortlich ist. Die Gruppe Jugendwiderstand hatte sich selbst in ihrem Blog, am 09. Juni 2019 für aufgelöst erklärt, was von Fachleuten jedoch bezweifelt wird. Mit dem Angriff auf das Team der Heute-Show scheint sich deren Vermutung zu bewahrheiten, dass Jugendwiderstand andere linksextremistische Gruppen unterwandert haben. Die Gründung von Jugendwiderstand erfolgte über den Kern von „Revolutionäre Zellen“ aus „militante gruppe“ (mg), beides gewaltbereite, vom Verfassungsschutz beobachtete Untergrundorganisationen, deren ehemalige Mitglieder gegenwärtig in der Partei Die Linke, bzw. deren Umfeld tätig sind.

    Die über seine Missfallenskundgebung der satirischen Behandlung Linker Demonstrationsargumente hinausgehende Message dieses Anschlags, ist nicht weniger als die Warnung an alle medialen Berichterstatter, den bisherigen Fokus einer kritischen Behandlung konservativer Positionen weiterzuführen. Weitere Gewaltaktionen auf Macher und Verantwortliche linkskritischer Formate sind zu befürchten, wobei die Kommentierung solcher Aktionen durch Politiker der Linken besonderes Interesse erfordert.

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